Duisburger Ismet Kilic wieder zu Hause

Ismet Kilic

Duisburger Ismet Kilic wieder zu Hause

Von Stephanie Hajdamowicz

  • Kilic wieder in Duisburg
  • Seit Mittwoch wieder frei
  • Vor zwei Monaten auf Ersuchen der Türkei festgenommen

Der türkischstämmige Duisburger Ismet Kilic ist seit Freitagmorgen (18.10.2019) wieder in Duisburg. Das bestätigte seine Ehefrau dem WDR. Gemeinsam mit einem Freund der Familie hatte seine Ehefrau ihn mit dem Auto in Slowenien abgeholt. Dreizehn Stunden seien sie die insgesamt 1.200 Kilometer durchgefahren, um so schnell wie möglich wieder in der Heimat zu sein. Ihrem Mann gehe es den Umständen entsprechend gut, er sei noch schlapp und könne schlecht laufen.

Kilics Freilassung kam überraschend

In Slowenien war der Gewerkschafter Kilic in einer Zelle mit zwei weiteren Gefangenen auf zehn Quadratmetern untergebracht. Die Zustände waren "in Ordnung", allerdings musste Kilic wegen gesundheitlicher Probleme in Slowenien ins Krankenhaus. Zu Hause möchte Kilic Zeit mit seiner Familie verbringen und einmal seine Ruhe haben, so seine Frau.

Am Donnerstag (17.10.2019) wurde bekannt, dass Kilic im slowenischen Gefängnis bereits am Mittwochnachmittag (16.10.2019) überraschend aus der 80-tägigen Haft entlassen wurde. Hintergrund der Festnahme war ein Ersuchen der türkischen Regierung. Sie warf ihm vor, Mitglied einer terroristischen Organisation zu sein. Am 26. 07. 2019 wurde Kilic in Slowenien auf der Rückreise eines Urlaubs festgenommen.

Gewerkschaftlich aktiv

Kilic war als Tierarzt in der Türkei beschäftigt und gründete in den 1990er Jahren eine Gewerkschaft. Weil er unter anderem Flugblätter verteilt hatte, verurteilte ein Militärgericht Kilic zu 15 Jahren Haft. Ein anderes Gericht hatte die Strafe später halbiert. Kilic floh nach Deutschland, wurde als politischer Flüchtling anerkannt und erhielt später die deutsche Staatsbürgerschaft.

Für seine Freilassung hatten sich sein Duisburger Anwalt, sein Pflichtverteidiger in Slowenien, das Auswärtige Amt sowie das Bundesjustizministerium eingesetzt. Laut Kilics Anwalt entschied das zuständige slowenische Gericht, dass Kilic nach slowenischem Recht keine Straftat begangen habe und deshalb nicht ausgeliefert werden könne.

Stand: 18.10.2019, 11:40

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