Kesselflicken im Kraftwerk Datteln

Kesselflicken im Kraftwerk Datteln

  • Komplettaustausch der Kesselwände
  • 100 Monteure im Einsatz
  • Reparatur dauert 2 Jahre

Im Uniper-Kraftwerk Datteln haben die Arbeiten zum kompletten Austausch der Kesselwände begonnen. 100 Monteure sind damit beschäftigt. Der eingebaute Spezialstahl sollte wegen seines geringeren Gewichtes Kosten sparen. Nach jahrelanger Verzögerung durch gerichtlich erzwungenen Baustopp nun die Technik-Panne: wieder wird alles viel teurer, mit einer Inbetriebnahme ist erst in 2 Jahren zu rechnen. Uniper hat darum 270 Millionen Euro auf das Steinkohlekraftwerk abgeschrieben. 

Der Kessel war zu schwach

Die Kesselwände aus T24-Stahl müssen raus. Der Kessel ist der Dampferzeuger des Kraftwerkes. Ein 120 Meter hoher Kasten aus Stahl, darunter die Brennkammer, drumherum wassergefüllte Rohrleitungen. Die Hitze macht das Wasser zu Dampf, der treibt die Turbine an, der angeschlossene Generator produziert den Strom. Soweit die Theorie. In der Praxis haben sich aber die Schweißnähte als Schwachstelle erwiesen. Der Kessel besteht nicht aus einem Stück, sondern ist aus einer Vielzahl von Rohrwänden zusammengeschweißt. 

Stahlprobleme nur in Datteln 

Dieses Problem hat Uniper nur in diesem Kraftwerk. Im Schwesterkraftwerk im holländischen Maasvlakte ist der gleiche Stahl verbaut worden, allerdings später als in Datteln und mit einem geänderten Schweißverfahren für den T24. Denn die Ingenieure hatten bereits aus den Erfahrungen anderer gelernt, etwa bei den neuen Kohlekraftwerken von Steag in Walsum oder RWE in Hamm. In Datteln demontieren jetzt die Arbeiter alle T24-Kesselwände und bauen anschließend neue aus herkömmlichen T12-Stahl ein.

Stand: 10.07.2018, 15:26