Kaum Konsequenzen aus Jugendamtsskandal

Schild "Jugendamt"

Kaum Konsequenzen aus Jugendamtsskandal

  • Gelsenkirchener Jugendamtsskandal offenbarte Schwächen
  • Noch immer wenig gesetzliche Vorgaben für solche Auslandsaufenthalte
  • Trotzdem oft noch Maßnahme für schwer erziehbare Jugendliche

Der Wirbel vor rund vier Jahren in Gelsenkirchen war groß: Das Dorstener Jugendamt schickte einen schwer erziehbaren Jugendlichen zu einem Landwirt nach Ungarn, auf dessen heruntergekommenen Hof. Der Bauer sprach kaum Deutsch, hatte keine pädagogische Qualifikation.

Es kam heraus, dass viele Städte auf solche Auslandsmaßnahmen zurückgreifen. Und die beiden Leiter des Gelsenkirchener Jugendamts profitierten davon, weil sie an dem ungarischen Programm beteiligt waren.

Besserung wurde versprochen

Der Aufschrei vor vier Jahren war groß. Die Politik versprach, ein Gesetz zu beschließen, in denen strenge Kontrollen vorgeschrieben sind. Bis heute existiert ein solches Gesetz nicht.

Städte wie Bochum oder Gelsenkirchen haben seit dem Jugendamtsskandal keine Minderjährigen mehr ins Ausland geschickt. In Duisburg und Gladbeck sind einige wenige aktuell unter anderem in Ungarn und Spanien. Die Städte betonen aber, alles streng zu kontrollieren.

Empfehlungen keine Gesetze

Die NRW-Landesjugendämter haben Empfehlungen für die kommunalen Jugendämter veröffentlicht. Darin steht, wie oft die Jugendlichen vor Ort besucht werden sollen, welche Träger solche Maßnahmen anbieten dürfen und welche Qualifikationen die Betreuer im Ausland haben sollen. Nur: Bindend ist all das nicht.

2017 hatte die ehemalige Bundesregierung zwar ein bundesweites Gesetz auf den Weg gebracht, das es durch den Bundestag schaffte. Der Bundesrat stimmte am Ende aber nicht zu - nahm das Thema von der Tagesordnung. Seitdem wird an einem neuen Gesetz gearbeitet.

Stand: 08.04.2019, 17:17