Keine Einigung beim Kohledeputat: Klagewelle droht

Kohle-Rutsche in Zechenhaus

Keine Einigung beim Kohledeputat: Klagewelle droht

Von Olaf Biernat

  • Bergleute fordern höhere Ausgleichszahlungen
  • Es geht um die Gratis-Kohle, die Bergleuten zusteht
  • RAG ist unbeeindruckt
  • Klagewelle angedroht

Im Streit um das Kohledeputat ist eine Einigung gescheitert. Die RAG hat am Freitag (25.01.2019) eine Frist verstreichen lassen. "Es gibt die größte Klagewelle, die die RAG jemals erlebt hat", kündigt Anwalt Daniel Kuhlmann dem WDR an. Er vertritt mehr als 600 ehemalige Bergleute.

Eigentlich stehen ihnen mehrere Tonnen Kohle zu, die die RAG ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Doch nach Schließung der letzten Steinkohlenzeche ist das Kohledeputat eingestellt. Statt Kohle bekommen die ehemaligen Bergleute Geld. Dagegen hatten sie bereits geklagt und verloren. Jetzt geht es vor dem Landesarbeitsgericht um die Höhe der Ausgleichszahlung. Die RAG war bereit, 15 Prozent mehr zu zahlen als bislang angeboten. Die Bergleute fordern aber 25 Prozent.

"Einmalzahlungen reichen nicht"

Anwalt Daniel Kuhlmann will deshalb zahlreiche weitere Ansprüche geltend machen und die Klagen ausweiten: "Die Einmalzahlungen reichen bei weitem nicht aus, um damit den Heizbedarf zu decken." Der Dortmunder Anwalt will nun unter anderem einen Zuschuss für die Umrüstung auf eine neue Heizung einfordern.

Der Bergbaukonzern RAG zeigt sich unbeeindruckt. "Wir haben vor dem Landesarbeitsgericht in Hamm schon ein Angebot über ein Plus von 15 Prozent bei den Abfindungen gemacht", sagt Sprecher Ulrich Aghte. Das sei schon ein Entgegenkommen. Nun geht der Streit um das Kohledeputat in die nächste Runde.

Stand: 25.01.2019, 16:02