Die leere Autbahn 40 in Höhe Kreuz Kaiserberg

Haft statt Berufung: LKW-Fahrer muss nach Großbrand auf der A40 ins Gefängnis

Stand: 04.08.2022, 17:34 Uhr

Sechs Monate nach dem Urteil für den Fahrer eines Tanklasters ist klar: Die Berufung ist vom Tisch. Der 43-Jährige muss ins Gefängnis. Er hatte betrunken einen Unfall mit schweren Folgen auf der A40 bei Mülheim verursacht.

Von Denise Friese

Das heißt: Ein Jahr und neun Monate Haft für den Fahrer des Tanklasters - unter anderem wegen fahrlässiger Brandstiftung und wegen fahrlässiger Körperverletzung. Das Urteil, das im Februar das Amtsgericht in Mülheim gesprochen hatte, ist rechtskräftig. Die Berufung in der nächsten Instanz, beim Landgericht Duisburg, hat der Angeklagte zurückgezogen. Der Richter hatte zu Beginn des Verfahrens eindringlich dazu geraten.

"Keine Aussicht auf Erfolg"

Nach dem Beginn der Hauptverhandlung am Landgericht Duisburg habe die Kammer eine deutliche Einschätzung abgegeben, sagte der Anwalt des LKW-Fahrers, André Wallmüller, dem WDR: "Keine Aussicht auf Erfolg". Deshalb sei die Berufung nun zurückgezogen worden. Der Anwalt hofft, dass der 43-Jährige in den offenen Vollzug kann, um weiterzuarbeiten. Mittlerweile habe er eine Stelle als Lagerist. Seinen Führerschein musste er für fünf Jahre abgeben.

Verkehrsprobleme für Autofahrer und bei der Bahn

Der Unfall, der vor fast zwei Jahren passiert ist, sorgte für große Verkehrsprobleme im Ruhrgebiet. Der LKW-Fahrer hatte im September 2020 auf der A40 die Kontrolle über seinen Tanklaster verloren. Er kollidierte mit einem weiteren Fahrzeug und einer Betonleitplanke.

Der Laster des Mannes hatte tausende Liter Kraftstoff geladen und ging bei dem Unfall in Flammen auf. Durch die Hitze wurde eine Bahnbrücke in Mülheim-Styrum so stark beschädigt, dass sie neu gebaut werden musste. Ein Autofahrer und der LKW Fahrer wurden bei dem Unfall schwer verletzt.