"Kein Schlussstrich" nach Urteil im NSU-Prozess

"Kein Schlussstrich" nach Urteil im NSU-Prozess

  • Demonstrationen in Dortmund am 11.07.2018 geplant
  • Dortmunder Bündnis "Kein Schlussstrich" fordert weitere Ermittlungen
  • Nebenklage geht von Mittätern aus
Angehörige der NSU-Opfer auf der Pressekonferenz

Pressekonferenz der Angehörigen der NSU-Opfer

Am Mittwoch (11.07.2018) wird das Urteil im NSU-Prozess in München erwartet. Heute (10.07.2018) haben Angehörige der NSU-Opfer bei einer Pressekonferenz gefordert, die NSU-Morde müssten weiter aufgeklärt werden. Das habe der Prozess in München nämlich nicht geschafft, kritisierten unter anderem die Angehörigen des Dortmunder Mordopfers Mehmet Kubaşık.

Angehörige sind enttäuscht

Gamze Kubaşık zeigte sich tief enttäuscht von dem Prozess: "Uns wurde Aufklärung versprochen, auch von der Bundeskanzlerin, aber jetzt stehe ich mit meiner Familie alleine da." Aus Sicht der Angehörigen und deren Anwälten ist am Ende des Prozesses vieles noch ungeklärt.

Viele offene Fragen

Wer waren die Hintermänner des sogenannten NSU-Kerntrios Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe? Und was hat es mit den vielen merkwürdigen Verstrickungen des Verfassungsschutzes auf sich? Fragen, die sich auch Angehörige und Freunde von Mehmet Kubaşık stellen. Sie fordern weitere Ermittlungen.

Bündnis geht von einem NSU-Unterstützer-Netzwerk aus

PK Angehörige NSU-Opfer

Pressekonferenz zur Kampagne "Kein Schlussstrich"

"Kein Schlussstrich" ist nach eigenen Angaben ein Bündnis gegen Naziterror und Rassismus. Nach über 400 Verhandlungstagen setzen sich die Akteure, zu denen auch die Angehörigen der Opfer gehören, für weitere Ermittlungen ein. Sie gehen wie die Anwälte der Nebenkläger von Mittätern und einem möglichen Netz von Unterstützern des NSU aus.

Demonstrationen in vielen Städten

Ab 19 Uhr soll am Mittwoch (11.07.2018) ein Protestzug durch die Dortmunder Innenstadt gehen, Start an der Reinoldikirche. Auch in München wird demonstriert in der Nähe des Gerichtsgebäudes, in dem das Urteil gesprochen wird. Bundesweit sind Veranstaltungen in 25 Städten angekündigt; in NRW auch in Münster und Köln.

Stand: 10.07.2018, 15:00