Doch kein PCR-Testlabor in Gelsenkirchen

Ein Mann legt den Kopf in den Nacken und tröpfelt die Flüssigkeit für den Gurgeltest in seinen Mund.

Doch kein PCR-Testlabor in Gelsenkirchen

Von Sebastian Auer

Mit Prominenz und Presse hatte die Firma Stölting ein mega Labor für PCR-Tests in Gelsenkirchen angekündigt. Schon bald kamen Zweifel auf. Jetzt ist klar: Die Pläne sind gescheitert.

Die Pläne der Gelsenkirchener Firma Stölting waren im April groß. Es sollte nicht weniger als das "weltweit erste Hochdurchsatzlabor" für PCR-Tests entstehen. Deswegen hatte die Geschäftsführung zur Vorstellung der Idee viel Presse eingeladen. Dazu noch ein paar ehemalige Fußballprofis vom FC Schalke, Wissenschaftler und Virologen. Jetzt ist klar: Es wird kein Labor geben.

Das Labor lohnt sich nicht

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen habe man sich entschieden, das zentrale PCR-Testlabor nicht zu realisieren. Auch die Pläne für einen bundesweiten Vertrieb von PCR-Gurgeltests für den Eigengebrauch sind gestoppt. Das räumt Stölting jetzt auf WDR-Nachfrage ein.

Mehrere Männer warten in einem Raum der Firma Stölting auf die Pressekonferenz.

Pressekonferenz von Stölting zum Massenlabor in Gelsenkirchen

Eigentlich sollte das mega Labor im Juni an den Start gehen. 140.000 Tests aus der ganzen Bundesrepublik sollten jeden Tag ausgewertet und 2.000 Mitarbeiter beschäftigt werden. Ende Juni ließen WDR-Recherchen erste Zweifel an der Geschichte aufkommen. Außer einer grünen Wiese war vom Labor nichts zu sehen. Bei der Stadt Gelsenkirchen lag immer noch kein Bauantrag vor.

Schon früh gab es Zweifel

Stölting teilte damals mit, es habe "ein paar Differenzen im Genehmigungsprozess" gegeben. Ende August oder Anfang September werde aber alles fertig sein. Doch von einem Labor ist an der Firmenzentrale im Gelsenkirchener Stadtteil Bismarck noch immer nichts zu sehen. Auf Nachfrage räumt Stölting jetzt ein, sich von allen Plänen verabschiedet zu haben.

Kein Testlabor im XXL-Format nötig

Aktuell und auf absehbare Zeit würden nicht genügend PCR-Tests nachgefragt, so die Begründung. Bei der kassenärztlichen Vereinigung Westfalen hatten sie schon im Frühjahr Zweifel, ob man ein Testlabor im XXL-Format brauche.

Schließlich war klar, dass mit zunehmender Impfung die Testnachfrage geringer wird. Bei Stölting weist man noch darauf hin, dass Tests weiterhin eine Rolle spielen werden, die bisherigen Kapazitäten aber ausreichend seien.

Stand: 05.08.2021, 10:35