Streit um Corona-Regeln bei Kaufland: Mitarbeiter dürfen nicht arbeiten

Der Eingang der Kaufland-Filiale

Streit um Corona-Regeln bei Kaufland: Mitarbeiter dürfen nicht arbeiten

Von Franz Altrogge

  • Streit um verbindliche Corona-Regeln
  • Gerichtliche Schlichtungsversuche bisher ohne Erfolg
  • Geschäft in Bergkamen ist weiterhin geöffnet

Über 100 Beschäftigte einer Kaufland-Filiale im Bergkamener Stadtzentrum sind seit acht Wochen ohne Arbeit - werden aber weiter voll bezahlt. (30.06.2020) Dahinter steht ein Streit der Geschäftsführung mit dem Betriebsrat.

Eskalation um Unterschrift zu verbindlichen Corona-Regeln

Der Streit war nach Angaben des Betriebsrats eskaliert, da die Geschäftsleitung keine verbindlichen Corona-Sonderregeln unterschreiben wollte. Demnach ging es um Tragezeiten für Masken, Abstandsregeln und den zusätzlichen Einsatz von Wachpersonal, um die Regeln durchzusetzen. Danach verweigerte der Betriebsrat die Zustimmung zu den Einsatzplänen für das Personal. Ohne garantierten Coronaschutz fehlten seiner Meinung nach dafür die Voraussetzungen.

Kaufland schweigt zur WDR-Anfrage

Die Gewerkschaft ver.di hält das Ganze für einen Angriff auf den Betriebsrat. Kaufland schweigt zur WDR-Anfrage.

Komplette zweite Belegschaft finanziert

Die Filiale in Bergkamen-Mitte ist weiter geöffnet und wird von fremden Mitarbeitern betrieben, nach Angaben der Gewerkschaft ver.di mit Werksverträgen. Die zusätzlichen Kosten für das Unternehmen dürften inzwischen weit im sechsstelligen Bereich liegen. Gerichtliche Schlichtungsversuche, Klagen und Vergleichsvorschläge haben bisher nichts erreicht.

Bergkamen: Kaufland verhängt Betretungsverbot für Mitarbeiter Lokalzeit aus Dortmund 30.06.2020 Verfügbar bis 07.07.2020 WDR Von Franz Altrogge

Stand: 30.06.2020, 15:04