Autozulieferer aus USA will TWB in Hagen übernehmen

Kaufinteressent für TWB: Hoffnung für 300 Mitarbeiter in Hagen 02:21 Min. Verfügbar bis 30.01.2020

Autozulieferer aus USA will TWB in Hagen übernehmen

  • Autozulieferer aus USA hat Kaufinteresse
  • TWB-Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft
  • Prevent bietet keine Abfindungen an

Ein Hoffnungsschimmer für rund 300 TWB-Mitarbeiter in Hagen. Ein Autozulieferer aus den USA will das TWB-Werk übernehmen. Das hat ein Firmensprecher von Fisher Dynamics am Montag (28.01.2019) dem WDR bestätigt. Ziel sei es den Standort in Hagen mit möglichst vielen Beschäftigten weiterzuführen. Fisher Dynamics ist genau wie TWB auf Autositze spezialisiert. Der TWB-Mutterkonzern Prevent müsste allerdings einem Verkauf zustimmen.

TWB-Mitarbeiter sollen in Transfergesellschaft

Die Beschäftigten von Prevent TWB stehen vor einer ungewissen Zukunft. Knapp 300 von ihnen sollen am 1. April für zwölf Monate in eine Transfergesellschaft wechseln. Es gibt weder Abfindungen, noch Ersatzarbeitsplätze. Die übrigen 160 Mitarbeiter haben eine Job-Garantie – aber nur bis zum Jahresende. Bei einer Betriebsversammlung wurden die TWB-Mitarbeiter am Dienstag (29.01.2019) von der Geschäftsleitung über Einzelheiten informiert.

Auslöser ist VW-Kündigung

Auslöser der Krise ist die Ankündigung von VW, ab April keine Metallrahmen für Rückbänke mehr von TWB zu beziehen – nach mehr als 20 Jahren guter Zusammenarbeit. Der Hintergrund: TWB hatte Anfang 2018 einseitig die Preise um acht Euro pro Stück erhöht. VW zahlte nur unter Vorbehalt – und kündigte den Liefervertrag.

Beschäftigte sind unzufrieden

Betriebsrats-Chef Orhan Aksu ist unzufrieden mit dem Ergebnis.. "Vogel, friss oder stirb": so beschreibt er die Stimmung am Ende der Verhandlungen, die bis gegen Mitternacht gingen. "Wir wurden in die Enge getrieben", sagt Aksu. Er wirft der Geschäftsführung vor, die finanzielle Lage von TWB mit allen Mitteln schlecht gerechnet zu haben, um keine Abfindungen zahlen müssen.

VW bietet Vergleich an

Prevent TWB klagt derzeit gegen die Kündigung der Verträge vor dem Landgericht Dortmund. In einem Eilverfahren war TWB 2018 bereits gescheitert. Das Unternehmen wirft dem Autobauer eine "marktbeherrschende Stellung" vor. TWB arbeitet zu 70 Prozent für VW. VW zeigt sich nur bedingt kompromissbereit. Vor Gericht bot der Konzern am Mittwoch (23.01.2019) an, einen Teil der Produktion noch bis Ende des Jahres abzunehmen. Doch dann sei Schluss.

Alte Fehde

Die Beschäftigten in Hagen fühlen sich als unbeteiligte Opfer einer alten Fehde zwischen ihrer "Mutter" Prevent und VW. Die sorgte im August 2016 für bundesweite Schlagzeilen. Damals stoppten zwei andere Prevent-Werke kurzfristig die Lieferung von Teilen. VW musste daraufhin seine Fließbänder anhalten und 28.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Stand: 29.01.2019, 06:51