Katzenparasit: Hertener Arzt kämpft um wissenschaftliche Anerkennung

Katzenparasit-Fälle: Hertener Arzt kämpft um wissenschaftliche Anerkennung 04:36 Min. Verfügbar bis 04.02.2020 Von Frank Stach

Katzenparasit: Hertener Arzt kämpft um wissenschaftliche Anerkennung

Von Frank Stach

  • Hertener Arzt hat eigene Erkenntnisse zum Katzenparasiten
  • Toxoplasmose soll viele Menschen krank machen
  • US-Uni interessiert sich für Fallbeispiele aus Herten

Melanie Kaczmarek litt an Herzrasen, Angstzuständen, schwitzte sehr stark und wusste nicht so recht warum. So etwas hat ihr Hertener Hausarzt Dr. Uwe Auf der Straße auch schon bei anderen Patienten beobachtet. Deshalb war er vorbereitet. Könnte es wieder möglicherweise Toxoplasmose sein, also der Katzenparasit.

Bei der ersten Patientin kam ihm das noch unwahrscheinlich vor. Denn in seinem Studium lernte er, wie alle anderen Ärzte auch, dass die Toxoplasmose außer in einer Schwangerschaft, wenn überhaupt, nur sehr geringe vorübergehende Beschwerden macht.

Heilungserfolge bringen Hoffnung

Patientin Melanie Kaczmarek in ihrer Wohnung

Melanie Kaczmarek litt an Herzrasen und Angstzuständen

Aber es gibt offenbar Menschen, da ist das anders. Uwe Auf der Straße ist davon mittlerweile überzeugt. Dazu hat er die Symptome genau beschrieben und einen Fragebogen entwickelt, um in langen Gesprächen mit den Patietenten andere Krankheiten ausschließen zu können.

Seine Patienten bekommen bei entsprechender Diagnose ein spezielles Antibiotikum. Und er sieht jedes Mal Erfolge, den Patienten gehe es drastisch besser. Mittlerweile hat der Hertener Arzt 27 ähnlich gelagerte Fälle beschrieben und in einer Fallsammlung dokumentiert. Er schrieb zahlreiche medizinische Institute an, erfolglos, bekam noch nicht einmal eine Rückmeldung.

Großes Interesse in den USA an deutschen Fällen

Amerikanische Forscher allerdings wie Vernon Carruther von der Michigan Universität sind begeistert vom Hertener Arzt. Seine Fallbeschreibungen seien exzellent. Sie stehen im engen Austausch, schreiben sich regelmäßig. In den USA wollen sie langfristig ein Heilmittel gegen den Katzenparasiten entwickeln und greifen dabei auf die Erkenntnisse aus dem Ruhrgebiet zurück.

Hausarzt fordert mehr medizinische Forschung

Melanie Kazmarek aus Herten weiß jetzt, woher ihre Beschwerden kommen. Sie weiß auch, dass die Medikamente ihr helfen. Ihr Hausarzt Dr. Uwe Auf der Straße wünscht sich, dass endlich eine umfassende medizinische Studie seinen Verdacht bestätigt: Katzenparasiten sind weniger harmlos als bisher angenommen.

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Stand: 04.02.2019, 17:58