Katastrophale Zustände in Flüchtlingsunterkunft in Bönen

Ein durch Dreck und Müll verstopftes Waschbecken in einem Flüchtlings- und Obdachlosenheim in Bönen.

Katastrophale Zustände in Flüchtlingsunterkunft in Bönen

Von Christof Voigt

Verdreckte Waschbecken, kaputte Steckdosen, mangelnde Hygiene. Seit Monaten beklagen sich die ehrenamtlichen Helfer von Zuflucht.Boenen e.V. bei der Gemeinde. Jetzt soll die Politik helfen. Offenbar ist der Hausmeister der Unterkunft mit der Situation überfordert. Die SPD hat jetzt angeregt, ihm einen Sozialarbeiter zur Seite zu stellen.

Gemeinde gibt Bewohnern die Schuld

Die Gemeinde hat die Vorwürfe zunächst zurückgewiesen und gibt den Bewohnern die Schuld. In dem Haus sind neben Flüchtlingen auch Obdachlose untergebracht. Einzelne Bewohner würden Gemeinschaftseinrichtungen wie Toiletten und Küchen durch unsachgemäße Nutzung zerstören. Doch der Verein Zuflucht.Bönen sagt, es müssten erst einmal entsprechende Strukturen geschaffen werden. Aufräumdienste und Putzpläne sollen etabliert werden.

Flüchtlinge sind gestresst

Männlicher Flüchtling mit einem bunten Mund-Nase-Schutz

Mamadu Sow aus Guinea ist in der Unterkunft sehr unglücklich, er will eigentlich nur noch weg. Besonders enttäuscht ist er, weil er sich seit drei Jahren bemüht, sich zu integrieren. Mittlerweile arbeitet er bei einem großen Fruchthandel in Hamm. Zur Zeit versucht er gemeinsam mit den Helfern von Zuflucht.Bönen e.V. einen Umzug in eine Nachbarstadt zu organisieren. Doch das wird schwierig, weil das Asylverfahren des 23-jährigen Mannes noch läuft.

Brandschutz nicht gewährleistet

Ein mit Papier und Taschentüchern zugestopftes Loch in einer weißen Wand.

Gefahr geht nicht nur von der mangelnden Hygiene aus. Eine aus der Wand gerissene 380 Volt-Steckdose ist mit Küchenpapier notdürftig abgedeckt. An anderen Stellen hängen schlecht isolierte Drähte aus der Wand. So etwas kann lebensgefährlich werden. Vor allem wenn Kinder zu Besuch sind. Das macht den Flüchtlingshelfern Sorgen.

Politik befasst sich mit dem Thema

Die Außenfassade eines Flüchtlings- und Obdachlosenheims in Bönen. Drei Personen und ein Kameramann stehen vor dem Gebäude.

Die Gemeinde versucht jetzt zu reagieren und hat angekündigt, dem Hausmeister einen Mitarbeiter des Bundesfreiwilligendienstes (Bufdi) zur Seite zu stellen. Die SPD fordert in einem Antrag den Gemeinderat auf, eine zusätzliche Stelle für einen Sozialarbeiter zu schaffen.

Stand: 24.09.2020, 15:36