Brand in JVA Kleve: Neue Zweifel an offizieller Version

Brand in JVA Kleve: Neue Zweifel an offizieller Version

  • Monitor-Bericht zum Brand in JVA Kleve
  • Brandschutzgutachter bezweifeln offizielle Version
  • Amad A. hätte längst bewusstlos sein müssen

Experten vom Institut für Brand- und Löschforschung aus Dippoldiswalde haben die offizielle Version über den Verlauf des tödlichen Brandes in der JVA Kleve als unmöglich bezeichnet. In einem Gutachten für die WDR-Sendung "Monitor" am Donnerstag (06.12.2018) widersprechen sie den Darstellungen der Landesbehörden.

Gutachter: Häftling hätte bewusstlos sein müssen

Die offizielle Version besagt, dass der Syrer Amad A. am 17.09.2018 kurz nach 19 Uhr einen Haufen aus Matratzen, Bettdecken und Laken angezündet haben soll. Etwa 15 Minuten habe es bei geschlossenem Fenster gebrannt.

Dann habe Amad A. den Knopf der Gegensprechanlage betätigt und das Fenster geöffnet. Kurz darauf sei die Zelle geöffnet und Amad A. ins Krankenhaus gebracht worden, wo er zwei Wochen später verstarb.

Doch dieser Brandverlauf sei so nicht möglich, erklären die Brandschutzexperten. Amad A. hätte nach 15 Minuten in einem geschlossenen Raum, in dem sich toxische Rauchgase gebildet hatten, nicht mehr handlungsfähig sein können.

Syrer stirbt in JVA Kleve: "Aufklärung muss sein!"

WDR 5 Westblick - aktuell | 29.11.2018 | 02:27 Min.

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Hätte Amad A. gerettet werden können?

Wann Amad A. das Fenster geöffnet oder auf sich aufmerksam gemacht hat, ist wichtig für die Beurteilung der Rettungsmaßnahmen durch die JVA-Bediensteten. Es steht die Frage im Raum, ob sie den Brand früher hätten bemerken und Amad A. retten können.

Amad A. saß wegen einer Namensverwechslung monatelang unschuldig im Gefängnis. Laut Darstellung der Behörden legte er das Feuer in suizidaler Absicht.

Stand: 06.12.2018, 07:26