Gefängnisausbruch in Bochum: Bericht zeigt zahlreiche Mängel auf

Stacheldraht auf einer Mauer vor dem neuen "D-Flügel" der JVA in Bochum (Archivaufnahme vom 26.02.2009)

Gefängnisausbruch in Bochum: Bericht zeigt zahlreiche Mängel auf

  • Mehrere Sicherheitsmängel ermöglichen JVA-Ausbruch
  • Fußstreife abgezogen
  • Freiräume für Häftling

Ein Bericht des nordrhein-westfälischen Justizministeriums hat Mängel und Fehler im Strafvollzug für die Flucht aus der JVA Bochum im August verantwortlich gemacht.

Demzufolge hätte der geflohene Häftling nicht unbeaufsichtigt als Sportwart eingesetzt werden dürfen, heißt es in dem Bericht, über den die Nachrichtenagentur dpa am Montag (09.09.2019) berichtete.

Fußstreife abgezogen

Durch einen Irrtum sei dies dennoch geschehen und nicht weiter diskutiert worden. Dadurch habe der 42-Jährige den Ausbruch professionell vorbereiten und realisieren können. Außerdem war eine Fußstreife wegen krankheitsbedingter Ausfälle abgezogen worden.

Bereits wenige Tage nach dem Ausbruch Mitte August hatte die Gefängnisleitung mehrere Sicherheitsmängel eingeräumt, die dem Häftling die Flucht ermöglicht haben.

Fehlende Gitter und keine Kameras

Der wegen Körperverletzung, Diebstahls und schweren Raubes verurteilte Mann konnte aus einem Oberlicht-Fenster klettern. Dieses hätte mit Gittern gesichert sein müssen, hieß es. Der Häftling kletterte mit einer Stangenkonstruktion über die fünf Meter hohe Mauer. Er hatte sie in einem Container versteckt.

An den Wachkanzeln hat man erst nach dem Ausbruch Videokameras installiert. Wegen Bauarbeiten waren diese zum Zeitpunkt der Flucht nicht besetzt.

Der 42-jährige Serbe ist weiterhin auf der Flucht.

Stand: 09.09.2019, 17:34