Jugendkriminalität in Dortmund und Lünen sinkt

 Gewalt unter Jugendlichen

Jugendkriminalität in Dortmund und Lünen sinkt

Von Christof Voigt

  • Zahl der Körperverletzungsdelikte sinkt leicht
  • Immer häufiger schlagen Kinder zu
  • Messerattacken machen der Polizei Sorgen

In den vergangenen Jahren haben Jugendliche in Dortmund und Lünen weniger Körperverletzungen begangen. Laut Polizei sank die Zahl von 1271 Delikten im Jahr 2016 auf 1224 Gewalttaten im vergangenen Jahr.

Allerdings werden immer häufiger Körperverletzungen von Kindern im Alter zwischen acht und 13 Jahren begangen. Hier steigt die Zahl seit 2014 kontinuierlich an: von 156 Körperverletzungsdelikten in 2014 auf 215 im vergangenen Jahr.

Jugendkriminalität in Dortmund und Lünen

00:34 Min. Verfügbar bis 03.01.2020

Weniger Intensivstraftäter

Auch die Zahl der Verfahren gegen jugendliche Intensivstraftäter in Dortmund und Lünen geht zurück, also gegen Jugendliche, die immer wieder straffällig werden. Im Jahr 2017 musste die Staatsanwaltschaft noch 525 Verfahren gegen junge Intensivtäter einleiten. Im vergangenen Jahr waren es 41 Verfahren weniger.

"Gefühlt" mehr Messerattacken

Andererseits werden Streitereien unter Jugendlichen immer brutaler, sagt Oliver Peiler von der Dortmunder Polizei: "Es gibt dieses berühmte Bauchgefühl der Kollegen auf der Straße, dass Messer tatsächlich häufiger zum Einsatz kommen. Da wo früher Fäuste flogen, wird heute ein Messer gezückt."

Im vergangenen Jahr wurden in Dortmund und Lünen sogar zwei Teenager durch Messerstiche getötet. Ob es aber tatsächlich mehr Messerattacken gibt, ist unklar.

Messerangriffe jetzt auch in der Statistik

Bislang wurden die nur allgemein als Körperverletzungsdelikte in Statistiken aufgeführt und waren da dann nicht mehr als Messerangriffe erkennbar. Seit dem 01. Januar ist das anders: Jetzt werden Messerangriffe gezählt und gesondert in der Kriminalitätsstatistik aufgeführt.

Stand: 03.01.2019, 06:31