Mahnwachen zum Jahrestag des NSU-Urteils

In der Stadt hängen Bilder von Opfern des NSU auf Plakaten.

Mahnwachen zum Jahrestag des NSU-Urteils

  • Erster Jahrestag des NSU-Urteils
  • Nach Urteil noch immer offene Fragen
  • Bündnis will Druck auf Ermittlungsbehörden machen

Das Bündnis "Kein Schlussstrich" hat am Donnerstag (11.07.2019) in Dortmund an das NSU-Urteil erinnert. Vor genau einem Jahr wurden Beate Zschäpe und vier Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" verurteilt. Aber es blieben für die Familien der Opfer trotzdem viele Fragen offen, auch was den Fall des Dortmunders Mehmet Kubaşık angeht.

Noch immer offene Fragen

Wer hat Uwe Mundlos, Uwe Böhnhard und Beate Zschäpe vom NSU geholfen? Wer hat ihnen möglicherweise einen Tipp gegeben, dass man Mehmet Kubaşık in seinem Kiosk in der Dortmunder Nordstadt erschießen könne?

Auf mehreren Aufstellern vor dem Dortmunder Hauptbahnhof sind Informationen über den NSU zu lesen.

Diese Schautafeln erinnern an die Taten des NSU.

Mit einem Tag der Solidarität wollte das Bündnis "Kein Schlussstrich" Druck auf die Ermittlungsbehörden machen. Die Hintergründe des NSU müssten weiter aufgeklärt werden, auch die Frage, ob es aktuell noch oder wieder Aktivitäten des NSU-Umfelds gibt.

Mord im Jahr 2006

Am 04.04.2006 ist der Dortmunder Mehmet Kubaşık in seinem Kiosk mit zwei Kopfschüssen ermordet worden. Die Familie Kubaşık ist überzeugt, dass Uwe Mundlos, Uwe Böhnhard und Beate Zschäpe bei dem Mord Helfer hatten.

NSU-Nachhall & Rechtsextreme Siedler - Meinungsmagazin

WDR 5 Politikum 11.07.2019 15:05 Min. Verfügbar bis 10.07.2020 WDR 5

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Mahnwache in Köln

Auch in Köln hat am Donnerstag eine Mahnwache stattgefunden. In der Keupstraße war am 9. Juni 2004 eine Nagelbombe des NSU explodiert. 15 Jahre später sind dieser Anschlag und das Urteil gegen Beate Zschäpe immer noch ein Thema, schließlich sind viele Fragen weiter offen.

Meral Sahin hat einen Deko-Laden am Ende der Keupstraße, ist Mitglied der IG Keupstraße und appelliert an die Gesellschaft: "Die Frage ist wirklich: Wie fühlt man sich dabei, dass im eigenen Land diese Ungerechtigkeit so ganz in Ruhe weiter arbeiten kann. Ohne, dass wir kollektiv etwas dagegen tun. Ohne, dass wir verhindern, dass unser Justizsystem zu viele Fragezeichen offen lässt."

Stand: 11.07.2019, 18:18