Jagdmesse in Dortmund gestartet – PETA ruft zum Boykott auf

Jagdmesse in Dortmund gestartet – PETA ruft zum Boykott auf

  • Europas größte Jagdmesse in Dortmund gestartet
  • Austeller aus 40 Ländern
  • Tierrechtsorganisation PETA ruft zum Boykott auf

Am Dienstagvormittag (29.01.2019) ist die Messe "Jagd und Hund" in den Dortmunder Westfalenhallen gestartet. Nie war das Angebot größer – das sagen zumindest die Veranstalter. Gleichzeitig findet die Messe für Angelfischerei "Fisch & und Angel" statt.

Das Thema Wild als Delikatesse wird mit dem „Wild-Food-Festival“ zu einem Schwerpunkt. An einigen Ständen werden Jagdszenen simuliert, Waffen können ausprobiert werden. Vieles andere ist aus den Vorjahren bekannt - zum Beispiel Hunde- und Greifvogelvorführungen, der Parcour für Geländewagen oder auch der Wettbewerb um den besten Hirschrufer am 1. Februar.

Das Thema Jagd im Netz

Rund 80.000 Besucher werden bis Sonntag (03.02.2019) auf dem Messegelände erwartet. Viele Blogs und Internetforen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Thema Jagd, deshalb gibt es in diesem Jahr erstmalig zwei Social-Media-Lounges. Dort soll es auch Vorträge von „Stars“ der digitalen Jagdszene geben.

Immer mehr Jägerinnen und Jäger in Deutschland

Der Deutsche Jägerverband hat herausgefunden, dass immer mehr junge Menschen Jägerinnen und Jäger werden wollen. In Jagdkursen sei die Teilnehmerzahl von 11.100 (2011) auf 17.714 (2017) gestiegen. Im Durchschnitt seien die "Jagd-Azubis" 35 Jahre alt. Der Frauenanteil sei auf mittlerweile 24 Prozent gestiegen. Anfang 2017 waren in Deutschland rund 383.300 Jägerinnen und Jäger registriert.

Tierschutzorganisation kritisieren die Jagd

Eine Schauspielerin liegt aus Protest gegen die Fuchsjagd vor dem Haupteingang der Westfalenhalle. Sie trägt Fuchs-Ohren und Unterwäsche. Ihre Beine stecken in einer Falle und sind mit Kunstblut verschmiert.

Eine Unterstützerin liegt aus Protest gegen die Fuchsjagd vor dem Haupteingang der Westfalenhallen.

Die Tierrechtsorganisation Peta sieht diese Entwicklung kritisch. Die steigende Zahl an "Hobbyjägern" sei nicht gut, denn die staatlichen Jäger reichten für die Bestandspflege vollkommen aus.

"Unter dem Deckmantel der Naturverbundenheit verursacht das Jagen unermessliches Leid – jedes Jahr werden unzählige Tiere durch Fehlschüsse verwundet oder in Fallen regelrecht zerquetscht und sterben dabei einen langsamen und qualvollen Tod", sagt Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA.

Peta-Protest auf dem Messegelände
 
Eine Unterstützerin lag aus Protest am Eröffnungstag vor dem Haupteingang der Westfalenhallen - leicht bekleidet trotz kühler Temperaturen. Ihr mit Kunstblut verschmiertes Bein steckte in einer Falle - als Protest gegen die Fuchsjagd.

Stand: 29.01.2019, 14:43