Bottroper Apotheker: Insolvenzverfahren eingeleitet

Alte Apotheke in Bottrop

Bottroper Apotheker: Insolvenzverfahren eingeleitet

Von Denise Friese

  • Staatsanwaltschaft hatte den Antrag gestellt
  • Krankenkassen fordern Millionen Euro
  • Vermögen wird nicht ausreichen

Gegen den Bottroper Apotheker, der in tausenden Fällen Krebsmedikamente gestreckt hatte und in Haft sitzt, ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Das hat der Insolvenzverwalter Klaus Siemon dem WDR am Donnerstag (13.06.2019) auf Anfrage mitgeteilt.

Die Insolvenz hatte die Staatsanwaltschaft Essen beantragt, weil Krankenkassen mehrere Millionen Euro vom Apotheker fordern. Den Kassen war ein Schaden von 17 Millionen Euro entstanden, weil der Apotheker Krebstherapien abgerechnet hatte, die viel weniger Wirkstoffe oder sogar nur Kochsalz enthielten.

Vermögen begleicht die Forderungen nicht

Schon bei den Ermittlungen gegen den Apotheker hatte die Staatsanwaltschaft Vermögen gesichert. Darunter auch seine Bottroper Nobelvilla mit Indoor-Wasserrutsche und weitere Immobilien.

Da das Geld voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Forderungen zu begleichen, kümmert sich nun der Düsseldorfer Insolvenzverwalter Klaus Siemon um das Vermögen. Er wird festlegen, wie das Geld auf die einzelnen Gläubiger verteilt wird.

Nachweise werden schwierig

Auch die Krankenkassen müssen genau nachweisen, wofür sie Geld fordern. "Es geht um jede einzelne Abrechnung", sagte der Insolvenzverwalter dem WDR.

Weil der Apotheker im Prozess geschwiegen hat, könnte es schwierig werden, festzustellen, bei welcher Abrechnung tatsächlich betrogen wurde. Auch die Patienten wissen bis heute nicht, ob ihre Krebsmedikamente richtig dosiert waren.

Gläubiger können sich melden

Die Gläubiger haben bis zum 08. August 2019 Zeit, ihre Forderungen geltend zu machen. Bis der Insolvenzverwalter geprüft hat, welche Ansprüche rechtens sind, können Jahre vergehen.

Stand: 13.06.2019, 16:40