Beispiel Witten - NRW-Innenstädte veröden zunehmend

Auf dem Foto ist die Wittener Innenstadt: links das riesige, geschlossene Kaufhof-Gebäude, rechts eine Apotheke, in der Mitte die Gleise der Straßenbahn.

Beispiel Witten - NRW-Innenstädte veröden zunehmend

Seit dieser Woche wissen die Wittener, wie sich ihre Innenstadt anfühlt ohne Galeria-Karstadt Kaufhof. Viele haben nun die Befürchtung, dass dies erst der Anfang ist.

Unfassbare 15.000 Quadratmeter Verkaufsfläche Galeria-Karstadt Kaufhof sind bis auf Weiteres ungenutzt. Viele Wittener sehen den Trend, dass ihre Innenstadt ab jetzt weiter verödet.

Das riesige Kaufhaus direkt am Anfang der Innenstadt steht still. Kein Schaufenster mehr beleuchtet, kein Leben mehr. Für viele Wittener ein Warnsignal was die Zukunft ihrer Innenstadt betreffen könnte.

Witten braucht Zuschüsse vom Land

Was mit dem siebengeschossigen Kaufhaus passiert, darüber will Stadtbaurat Stefan Rommelfanger mit dem Eigentümer sprechen. Aber als Haushaltssicherungs-Kommune ist Witten auf Zuschüsse vom Land angewiesen. Abseits davon glaubt der Stadtbaurat: Handel allein wird das Riesenhaus nicht füllen können.

Eine einzelne Person läuft vor einer Ladenfront her, in der die Verkaufsfläche offenbar leersteht.

Leerstände in der Wittener Innenstadt.

Bis Jahresende schließen in Witten noch weitere Geschäfte. Aber nicht nur hier: Über verödende Innenstädte macht sich auch die Bundespolitik Gedanken. Wirtschaftsminister Peter Altmaier hatte diese Woche einen runden Tisch mit dem Handel dazu. Ergebnis: Ladensterben verlangsamen - und Innenstädte lebendig halten.

Nicht alle sehen schwarz

Angelika Bilow Hafer ist Einzeländlerin in Witten und in der Standortgemeinschaft engagiert. Sie sieht die Zukunft nicht so schwarz und meint: Klar seien Onlinehandel und Corona große Probleme. Aber: Die Wittener Innenstadt sei schon oft und zu Unrecht abgeschrieben worden.

Auch Nelson Gomes vom Kaufhaus Gassmann ist zuversichtlich. Das familiengeführte Wittener Kaufhaus mit mehreren Fillalen funktioniere immer noch gut. Er ist sich daher sicher: Präsenzhandel hat Zukunft.

Stand: 22.10.2020, 17:36