Impfzentrum Hagen: Mutmaßlicher Hochstapler verhaftet

Aus der Tasche eines Arztkitels schaut ein Stethoskop heraus

Impfzentrum Hagen: Mutmaßlicher Hochstapler verhaftet

Die Polizei in Hagen hat einen Mann festgenommen, der sich fälschlicherweise als Arzt ausgegeben hatte. Er hatte zuletzt am Impfzentrum des Deutschen Roten Kreuzes in Hagen gearbeitet.

Die Polizei hat einen falschen Arzt verhaftet. Der Mann hatte bis vor einer Woche noch im DRK-Impfzentrum in Hagen gearbeitet und da das nicht-ärztliche Personal betreut.

Als Facharzt für Psychiatrie und Notfallmedizin hatte der 32-jährige sich beim Roten Kreuz beworben - offenbar mit gefälschten Bewerbungunterlagen. Zunächst hatte er ehrenamtlich als Bezirksarzt in Hagen gearbeitet. Zuletzt war er in der Pandemiebekämpfung tätig. Und zwar mit ordentlichem Gehalt. Die Staatsanwaltschaft schätzt den Schaden auf mehr als eine Viertelmillion Euro.

Festnahme wegen Fluchtgefahr

Der Mann ist wegen Betruges einschlägig vorbestraft - und zur Zeit nur auf Bewährung auf freiem Fuß. Weil Staatsanwaltschaft und Gericht befürchteten, dass er womöglich flüchten könnte, wurde er nun festgenommen.

Durch eine Anzeige bei der Polizei kam der Schwindel ans Tageslicht, sagt ein DRK-Sprecher. Das Rote Kreuz hat ihm daraufhin sofort gekündigt. Der selbsternannte Facharzt für Psychiatrie und Notfallmedizin wurde als Koordinator für das nicht-ärztlich Personal im Hagener Impfzentrum eingestellt. Da sollte er Ordnungs- und Hilfskräfte betreuen. Auch soll die Zulassung zum Arztberuf gefälscht gewesen sein.

Keine medizischen Entscheidungen getroffen

Im Impfzentrum soll der Mann keine medizinischen Entscheidungen getroffen haben. "Er hat für uns die Absprachen zwischen DRK und Stadt und das nicht-ärztliche Personal koordiniert", sagte DRK-Vorstandssprecher Udo Stroh.

Nach einem ersten Verdacht vor Weihnachten habe er die Bezirksregierung und Ärztekammer eingeschaltet. Beide hätten ihm bestätigt, dass der Mann keine Arztzulassung habe. Daraufhin habe der Kreisverband Hagen den als selbstständigen Mediziner auftretenden Mann von seiner Aufgabe entbunden.

Wegen Betrugs vorbestraft

Bereits 2014 hatte sich der Mann als Referent des Duisburger Oberbürgermeisters ausgegeben und war Leiter des Flüchtlings-Unterkunft in Selm-Bork. Laut Staatsanwaltschaft ist er wegen Betrugs vorbestraft.

Stand: 19.01.2021, 14:13