Impfskandal: Staake bleibt vorerst Hafenchef

Hafen-Chef Erich Staake

Impfskandal: Staake bleibt vorerst Hafenchef

Der Chef des Duisburger Hafens Erich Staake musste sich am Montag in einer Aufsichtsratssitzung zu den Umständen seiner Corona-Impfung erklären. Er bleibt vorerst Hafenchef.

Der Aufsichtsrat hat die vorzeitigen Impfungen ausdrücklich aus moralischen Gründen missbilligt und beschlossen, "mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen der vorzeitigen Impfung und der anschließenden Kommunikation von Herrn Staake zeitnah durch eine externe, auf Arbeits- und Gesellschaftsrecht spezialisierte Kanzlei überprüfen zu lassen", heißt es in einem schriftlichen Statement der Duisburger Hafen AG.

Keine Beraterverträge nach Renteneintritt

Auch sollen die anonym vorgebrachten Vorwürfe von einem Expertenteam einer Prüfungsgesellschaft kurzfristig im Rahmen einer Sonderprüfung untersucht werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt werde der Aufsichtsrat keine Zustimmung zu Beraterverträgen nach dem Ausscheiden von Herrn Staake als Vorstandsvorsitzendem im November 2021 geben, heißt es weiter.

Duisburger Oberbürgermeister: "Kein Verständnis"

Erich Staake hatte sich entgegen der vorgeschriebenen Reihenfolge bereits im Januar impfen lassen. Staake ist 67 Jahre alt und war demnach im Januar noch gar nicht an der Reihe. Dennoch hatte er seine erste Dosis bereits Anfang des Jahres in einem Duisburger Seniorenheim erhalten - offenbar gemeinsam mit einigen weiteren, zu diesem Zeitpunkt nicht impfberechtigten Personen.

Das Verhalten des Hafenchefs hatte für viel Kritik gesorgt. Duisburgs Oberbürgermeisters Sören Link (SPD) machte öffentlich deutlich, "für diesen Vorgang kein Verständnis" zu haben.

Staake hat Fehlverhalten eingeräumt

Staake hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe zunächst angegeben, mit Restdosen geimpft worden zu sein. Die Stadt Duisburg hingegen beklagte, die Dosen hätten bei der Impfung berechtigter Mitarbeiter gefehlt.

Staake hat sein Fehlverhalten mittlerweile eingeräumt: "Mein Verhalten war falsch", schrieb er in einer Stellungsnahme Ende März. Der Duisburger Hafen gehört zu zwei Dritteln dem Land NRW und zu einem Drittel der Stadt Duisburg. Dadurch ist das Unternehmen vollständig in öffentlicher Hand.

Stand: 12.04.2021, 20:24

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