Duisburger Reisebüro wirbt mit Impfungen im Ausland

Duisburger Reisebüro wirbt mit Impfungen im Ausland

Nach Israel oder auf die Seychellen fliegen und sich gegen Corona impfen lassen: das möchte ein Reiseveranstalter anbieten und so Urlaubern frühere Impfungen ermöglichen.

Für drei bis vier Wochen sollen Interessierte ins Ausland reisen können, um sich dort gegen das Corona-Virus impfen zu lassen, so die Idee. Das Duisburger Reisebüro sonnenklar.TV bietet Vorregistrierungen für solche Impfreisen des Frankfurter Reiseveranstalters Fitreisen an.

Impfreisen ab Ende März?

Fitreisen, ein Reiseveranstalter für Erholungs- und Gesundheitsurlaube, wirbt auf seiner Internetseite für das Angebot: Reisende sollen sich zu Beginn - und wenn nötig am Ende ihrer Reise - von einem Arzt vor Ort impfen lassen können. Das Duisburger Reisebüro hatte dafür bereits auf Facebook Werbung gemacht. Das Reiseziel Israel soll - so stellt es sich der Veranstalter vor - ab Ende März möglich sein, die Seychellen oder die Vereinigten Arabischen Emirate sollen angeblich ab April folgen, Großbritannien ab Mai.

Dieses Element beinhaltet Daten von Facebook. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

"Es soll niemandem eine Impfung weggenommen werden"

Der Reiseveranstalter selbst spricht allerdings auch noch von "Zukunftsmusik". Außerdem würden nur Länder in Frage kommen, die ihren Bürgern bereits ein umfassendes Impfangebot gemacht und die Impfstoffe übrig haben. "Wir treten da gerade in Kontakt mit Ländern, die einfach bei der Impfung schon sehr weit sind", sagt Sarah Porrmann von Fitreisen in Frankfurt. "Und wenn die grünes Licht geben und auch von unserer Regierung zum Beispiel der Wunsch da ist, dass wir mit diesem Angebot die Impfsituation hier entlasten können, dann helfen wir da natürlich gerne."

Die israelische Botschaft weist solche Pläne vehement zurück. Israel werde solche Pläne nicht unterstützen und habe allen Reiseagenturen, die so etwas vorhätten, bereits eine Absage erteilt.

Karl Lauterbach: "Unethisches Geschäftsmodell"

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, hält solche Reisen für ebenfalls "sehr problematisch": Dass Reisebüros bzw. Veranstalter Touristen anlocken, indem man ihnen die Impfung verspricht, hält Lauterbach für ein "unethisches Geschäftsmodell".

Grundsätzlich sollen überschüssige Impfdosen anderen, bedürftigeren Ländern zur Verfügung gestellt werden, die große Schwierigkeiten hätten, die Menschen zu impfen, so Lauterbach weiter.

Stand: 10.02.2021, 14:28