Immer weniger Kinder in NRW lernen sicher schwimmen

Eltern mit Babys in einem Schwimmbecken beim Schwimmunterricht

Immer weniger Kinder in NRW lernen sicher schwimmen

  • Immer mehr Bäder schließen
  • Weniger Orte, um Schwimmen zu lernen
  • Nur 40 Prozent der Grundschüler hat Schwimmabzeichen

Eine Schwimmschule in Dortmund-Hörde verliert im nächsten Jahr ihr Schwimmbecken. Stattdessen will der Eigentümer auf dem Gelände Wohnungen errichten lassen. 600 Kleinkinder sind betroffen, ihre Schwimmkurse wurden gestrichen. Der Betreiber der Schwimmschule und Eltern suchen jetzt nach einer Lösung.

Weniger Schwimmbäder

Die Schließung des Bades ist kein Einzelfall. "Pro Monat wird im Schnitt in NRW ein Schwimmbad geschlossen", sagt Michael Grohe vom Landesverband NRW der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Folge davon sei, dass es immer weniger Kinder gebe, die sicher schwimmen könnten und somit das Risiko von Badeunfällen steige.

Vor zwei Jahren veröffentlichte die DLRG die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage. Demnach sind fast 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Nur 40 Prozent der Grundschüler haben ein Jugendschwimmabzeichen.

Nichtschwimmerland NRW: Was tun?

WDR 5 Morgenecho - Westblick am Morgen 17.07.2019 03:58 Min. Verfügbar bis 15.07.2020 WDR 5 Von Meriem Benslim

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Schließung aus Kostengründen

Die Zahl der Schwimmbäder in Deutschland ging nach DLRG-Angaben von 7.800 im Jahr 2000 auf 6.400 im Jahr 2018 zurück. Allein in NRW wurden demnach allein von Anfang 2016 bis Mitte 2018 insgesamt 36 Schwimmbäder dichtgemacht. Grund sind meist Sparmaßnahmen von Kommunen.

In vielen Städten landen Kinder, die schwimmen lernen wollen, auf einer Warteliste. Mit etwas Glück und Geduld bekommen sie einen Platz in einem Schwimmkurs. "Problematischer ist es indes, wenn in eher ländlichen Regionen wie Eifel oder Sauerland ein Schwimmbad geschlossen wird", sagt Grohe.

Hier sei es oft für Eltern nicht so ohne weiteres möglich, auf ein anderes Schwimmbad auszuweichen, weil die Wege zu dem Ersatz-Schwimmbad womöglich einfach zu lang seien.

Viele Schwimmkurse zur Ferienzeit

Experten fordern, dass Kinder ab dem ersten Schuljahr Schwimmunterricht in der Schule bekommen sollten. Die NRW-Landesregierung hat den Aktionsplan "Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2019 bis 2022" auf den Weg gebracht. Allein in diesen Herbstferien gibt es an 33 Standorten 254 Kurse.

Aus Sicht von Grohe ist das zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber immer noch zu wenig. Auch über die Schule hinaus müsse es möglichst flächendeckend in NRW Kapazitäten geben, um schwimmen lernen zu können.

Die DLRG fordert, dass klassische Hallensportbäder erhalten bleiben müssten oder im Idealfall neu gebaut werden. Den Kommunen müsse klar sein, dass dies ein Teil der Daseinsfürsorge ist - und die Bäder eben oft nicht gewinnbringend betrieben werden könnten.

Besser schwimmen lernen: Der Aktionsplan WDR aktuell 24.06.2019 02:44 Min. Verfügbar bis 24.06.2020 WDR Von Alexa Schulz

Stand: 23.10.2019, 15:21

Kommentare zum Thema

3 Kommentare

  • 3 nrw-bürger 23.10.2019, 19:44 Uhr

    Die meisten Kommunen haben immer weiter steigende Sozialausgaben. Dabei kommen nicht nur die Schwimmbäder unter die Räder. Hier sollten Bund und Länder eine Regelung treffen, dass überall Bäder und Jugendzentren usw vorhanden sind. Bei Straßen klappt das doch auch. Für Migration usw können die Gemeinden nichts - aber zahlen sollen sie dann. Unfair.

  • 2 Anthon 22.10.2019, 12:19 Uhr

    🏊

  • 1 Anonym 22.10.2019, 12:16 Uhr

    wichtige Tätigkeit - Schwimmen Lernen gibt den Kindern Selbstvertrauen.