So geht Gelsenkirchen gegen Schrottautos vor

Schrottautos werden abgeschleppt in Gelsenkirchen

So geht Gelsenkirchen gegen Schrottautos vor

Von Olaf Biernat

In Gelsenkirchen stehen immer häufiger nicht angemeldete Autos am Straßenrand. Mitarbeiter spüren die Schrottautos auf und greifen durch.

Tatort Gelsenkirchen Schalke-Nord. Auf einem weiten Parkplatz stehen gleich mehrere Autos ohne Kennzeichen. Darunter ein silberfarbener Mercedes 300 SE, an der Karosserie sind schon mehrere Roststellen. Der Wagen sieht noch fahrbar aus, ist aber deutlich in die Jahre gekommen. An der Windschutzscheibe hängt ein gelber Zettel.

Nach vier Wochen kommen Autos auf den Haken

Einen Halter hat die Stadt nicht ausfindig machen können. Die Fahrzeugidentifikationsnummer fehlt, außerdem ist die Feinstaubplakette nicht angebracht. Deshalb der gelbe Zettel mit der Aufforderung, dass der Besitzer sich innerhalb von vier Wochen bei der Stadt melden soll. Das hat er nicht getan, deshalb kommt der Wagen auf den Haken des Abschleppwagens.

Deutliche Zunahme von Schrottautos

Mehr als 4.000 Fahrzeuge hat die Stadt Gelsenkirchen von Januar bis Mitte Oktober 2020 auf diese Weise abgeschleppt. Das ist jetzt bereits deutlich mehr als im Vorjahr. Wenn sich innerhalb von vier Wochen kein Halter meldet, kommen die Autos in die Schrottpresse. Tatsächlich werden aber nur 5 Prozent der Autos verschrottet. "Das zeigt, dass es sich nicht um echte Schrottfahrzeuge handelt, sondern dass öffentlicher Raum missbraucht wird für niederschwelligen Verkehrshandel", sagt Thomas Richter von der Stadt Gelsenkirchen.

Fahrzeuge werden über das Internet verkauft

Schrottautos werden abgeschleppt

Häufig wird mit dem Halter diskutiert

Tatsächlich stellen Bürger ihre abgemeldeten Fahrzeuge entlang von Straßen oder auf Parkplätzen ab, um sie über das Internet zu verkaufen. Unter anderem stecken zugezogene Menschen aus Osteuropa dahinter, die die Autos in ihre Heimatländer verkaufen. Teilweise bleiben die Autos monatelang am Straßenrand stehen und verrotten.

Gelsenkirchener ärgern sich

Wenn die Halter sich doch melden, müssen sie die Abschleppkosten tragen und können den Wagen wieder einlösen. Viele Bürger ärgern sich aber über die abgestellten Autos, weil sie wertvolle Parkplätze blockieren. Vor allem betrifft das die Gelsenkirchener Stadtteile Schalke-Nord und Ückendorf.

Stand: 28.10.2020, 16:47