Illegal entsorgter Müll in NRW - Städte steuern gegen

Illegal entsorgter Müll in NRW - Städte steuern gegen

  • Hagen setzt "Waste Watcher" ein
  • Mülldetektive auch in Mönchengladbach erfolgreich
  • Illegal entsorgter Müll ist Problem für NRW-Städte

So genannte illegale Müllkippen werden in NRW zu einem immer größeren Problem. In Remscheid, Solingen und Wuppertal sprechen die Verwaltungen beispielsweise von massiven Problemen. Auch Dortmund kämpft mit dem Müll. Vorbild in NRW kann die Stadt Hagen sein. Dort wird mit den "Waste Watcher" erfolgreich gegen gesteuert.

"Waste Watcher" seit zehn Monaten im Einsatz

16 Mülldetektive spüren in Hagen illegalen Müll auf und ermitteln die Verursacher. Seit zehn Monaten sind die "Waste Watcher" jetzt im Einsatz - und das erfolgreich, wie die Stadt am Freitag (17.01.2020) mitteilte.

Egal ob weggeschnippte Zigarettenkippen oder Hausmüll am Glascontainer, wer erwischt wird, bekommt ein Bußgeld. In fast 2000 Fällen haben die Detektive Müllsünder ermittelt und rund 90.000 Euro an Bußgeldern eingenommen.

Müll wird häufig im Winter abgeladen

Besonders häufig werde Müll in den Wintermonaten illegal abgeladen, berichten die bergischen Städte. Vorzugsweise an Waldrändern und abgelegenen Grünflächen. So auch am vergangenen Mittwoch (15.01.2020) in Siegen. 100 alte Reifen waren im Ortsteil Seelbach einfach am Wegrand abgekippt worden. Kosten für die Stadt: 700 Euro.

Einen ähnlichen Fall gab es in der vergangenen Woche im Bergischen Land. Dort wurden ebenfalls hunderte illegal entsorgte Reifen gefunden. Insgesamt 418 illegale Müllkippen wurden in der Region im Jahr 2019 gezählt. Nur bei einem Bruchteil davon seien die Verursacher ermittelt worden, trotz der Mülldetektive.

Die Idee der Mülldetektive wird bereits in vielen Kommunen in NRW aufgegriffen. In Hagen aber wohl am ausgeprägtesten. Dort sind die Detektive den Müllsündern im Mehrschichtsystem an sieben Tagen in der Woche auf der Spur. Das gefällt laut Oberbürgermeister Erik Schulz auch den meisten Hagener Bürgern: "Da gibt es wenig Widerstand. Die Leute freuen sich, dass illegaler Müll sanktioniert wird."

Aber auch in Mönchengladbach ist man zufrieden mit den Detektiven, die seit dreieinhalb Jahren im Einsatz sind. Die neun Außendienstmitarbeiter hätten insgesamt schon knapp 8.000 Einsätze gehabt, sagt Teamleiter Jörg Wilms.

Hohe Kosten für Städte

Die Stadt Bielefeld räumt pro Jahr mehr als 700 Tonnen achtlos weggeworfenen Abfall weg. Allein die Verbrennungskosten betragen dafür 120.000 Euro. Geld, das alle Bürger über die Abfallgebühren bezahlen müssen. In Köln werden etwa 8.000 wilde Müll-Kippen pro Jahr gemeldet. Kosten: 9,6 Millionen Euro pro Jahr alleine in Köln.

28 Tonnen Müll an Autobahnen

Das Problem mit dem illegalen Müll lässt sich in gesamt NRW allerdings nicht in Zahlen fassen. Der Grund: Müllentsorgung ist Sache der Städte und Gemeinden, das Land erfasst daher keine Daten. Einzige Ausnahme sind die Autobahnen. Hier werden in NRW jährlich 28 Tonnen Müll aufgesammelt.

Stand: 20.01.2020, 07:32