Duisburg: Großdemo von Stahlarbeitern

Der Aktionstag der IG Metall in Duisburg

Duisburg: Großdemo von Stahlarbeitern

In Duisburg haben am Freitag tausende Beschäftigte aus der Stahlbranche demonstriert. Sie wollen beim Umbau zu einer klimafreundlichen Produktion nicht auf der Strecke bleiben.

Rund 8000 Stahlarbeiter forderten am Vormittag vor den Toren des Werks von Thyssen Krupp Steel Europe lautstark einen sozial und ökologisch nachhaltigen Wandel in ihrer Branche - Duisburg ist mit rund 20.000 Beschäftigten der größte Stahlstandort Europas.

Gewerkschaft: Zeichen in Koalitionsverhandlungen setzen

Der Aktionstag der IG Metall in Duisburg

Die Demonstration in Duisburg war Teil eines bundesweiten Aktionstags der Gewerkschaft IG Metall unter dem Motto "FairWandel - sozial, ökologisch, demokratisch“. Damit wollte die Gewerkschaft in den laufenden Koalitionsverhandlungen ein Zeichen setzen.

Dabei gehe es nicht darum, wichtige Reformen für den Klimawandel zu verhindern. Man wolle vielmehr begleiten, so IG Metall-Vorstand Knut Giesler. Er stellte gleichzeitig klar: "Wir wollen allein 500 Milliarden in den nächsten zehn Jahren haben, um diese Transformation gestalten zu können, um eine gescheite neue, ökologische Industrie zu kriegen, aber auch um Beschäftigung und Qualifikation zu sichern."

IG Metall Aktionstag in Duisburg

Die IG Metall ruft heute an mehreren Standorten in NRW zu Kundgebungen auf. Die Beschäftigten fordern von der neuen Bundesregierung einen ökologischen, aber auch sozial verträglichen Umbau der Industrie. Die größte Kundgebung findet in Duisburg statt - mit rund 8000 Menschen.

Der Aktionstag der IG Metall in Duisburg

Vor der Thyssen Krupp Hauptverwaltung fordern die Beschäftigten die Sicherheit von Arbeitsplätzen und massive Investitionen von der neuen Bundesregierung für einen ökologischen, aber auch sozial verträglichen Umbau der Industrie.

Vor der Thyssen Krupp Hauptverwaltung fordern die Beschäftigten die Sicherheit von Arbeitsplätzen und massive Investitionen von der neuen Bundesregierung für einen ökologischen, aber auch sozial verträglichen Umbau der Industrie.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst forderte auf der Kundgebung den Erhalt der Stahlindustrie in Deutschland. Man müsse alles dafür tun, damit auch weiterhin Stahl wettbewerbsfähig produziert werden könne: "Wenn wir wirklich was fürs Klima tun wollen, dann geht das nur, wenn wir der Welt vormachen, wie man dabei gute Arbeitsplätze, Wohlstand und soziale Sicherheit erhält. Denn sonst macht uns das auf der ganzen Welt keiner nach"

Der IG Metall Vorstand fordert für diesen Umbau rund 500 Milliarden Euro. Es dürfe keine Spaltung zwischen Gewinnern und Verlierern geben.

Nicht nur die Gewerkschaften, sondern auch die Unternehmen schließen sich den Forderungen an. Die Bundesregierung müsse "die Transformation der Stahlindustrie bereits in den ersten 100 Tagen zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit machen", so der Verband Wirtschaftsvereinigung Stahl.

Umbau kostet Milliardensummen

Die Stahlindustrie gehört neben Aluminium-, Zement- oder die Chemiebranche zu den größten CO2-Produzenten in Deutschland. Die Branche befürchtet Nachteile im Wettbewerb mit internationalen Konzernen durch hohe Klimaschutzziele. Der geplante Umbau hin zu einer klimafreundlichen Industrie koste weitere Milliardensummen, die die Konzerne nicht alleine stemmen könnten.

Erster Termin des neuen NRW-Ministerpräsidenten

Die Großdemo war gleichzeitig der erste öffentliche Termin des neuen NRW-Ministerpräsidenten Hendrik Wüst. Er sprach er den Beschäftigten Mut zu. "Wenn wir wirklich was fürs Klima tun wollen, dann geht das nur, wenn wir der Welt vormachen, wie man gute Arbeitsplätze, Wohlstand und soziale Sicherheit erhält", sagte Wüst bei seiner Rede.

Stand: 29.10.2021, 12:22