Idee: Flughäfen sollten sich zusammenschließen

Flughafen Dortmund: Anzeige Abflüge

Idee: Flughäfen sollten sich zusammenschließen

Von Peter Lautsch

  • Defizitäre Flughäfen in der Krise
  • Kurzarbeit wegen Corona
  • Gemeinsame Organisation als Lösung

Der Flughafen Dortmund soll sich in der Krise mit anderen Regional-Flughäfen zusammentun. Diesen Vorschlag hat Dortmunds Wirtschaftsförderer und SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal am Montag (18.05.2020) gemacht.

Wenn sich die Flughäfen Dortmund, Paderborn und Münster zu einem westfälischen Flughafenverbund zusammenschließen, könnte das jedem einzelnen helfen.

Wichtig für die Wirtschaft

Thomas Westphal hat dabei die "hidden champions" im Blick: Betriebe aus dem Sauerland und Westfalen, viele davon Weltmarktführer. Für sie sind kurze Wege zum Flughafen sehr wichtig.

Blick auf das Teminal und das Vorfeld des Flughafen Dortmund, Flugzeuge werden gewartet

Doch die Regionalflughäfen Dortmund, Paderborn und Münster sind in ihrer Existenz bedroht. Auch ohne Corona-Krise tragen sie sich nicht und werden subventioniert. Das ist nach EU-Recht verboten. Außerdem fehlt den Eigentümern, in Dortmund sind das Stadt und Stadtwerke, das Geld.

OB-Kandidaten wollen Rettungsschirm

Den Vorschlag machte Westphal auf einer Podiumsdiskussion der Gewerkschaft Verdi mit Dortmunder Oberbürgermeister-Kandidaten. Ein westfälischer Flughafenverbund sei aber nur der zweite Schritt, der erste wäre Hilfe aus dem Rettungsfonds des Bundes.

Auch CDU-Kandidat Andreas Hollstein verlangt Geld, ebenso der Linke Utz Kowalewski und FDP-Mann Michael Kauch, der Kreditbürgschaften des Landes einfordert. Selbst Daniela Schneckenburger von den Grünen, eigentlich Flughafen-Gegnerin, fordert Unterstützung für die Flughafen-Angestellten, die um ihre Existenz bangten.

Zwei Drittel der 440 Flughafen-Mitarbeiter sind derzeit in Kurzarbeit. Für Westphal ist es wichtig, dass die drei Flughäfen durch Kooperation ihre jeweiligen Stärken ausbauen - vorrangig im Geschäfts-, aber auch im Tourismusverkehr, etwa durch eine Abstimmung bei Betriebszeiten. Das Einsparen von Verwaltungskosten wäre erstmal nachrangig.

Stadtwerke winken ab

Drei Flughäfen unter einem Dach, da müssen die Gesellschafter überzeugt werden. Der Dortmunder Flughafen gehört zu 74 Prozent den Stadtwerken DSW21. Diese erklären, eine Neuausrichtung oder eine Fusion sei überhaupt kein Thema.

Sie haben auch schon einen Vertrag mit einem neuen Geschäftsführer abgeschlossen: Ludger van Bebber. Der ist noch Chef beim privaten Flughafen in Weeze, dessen Betrieb derzeit komplett ruht.

Streit um Geschäftsführer-Bezüge

Dortmunder Ratsmitglieder haben noch Fragen zu van Bebbers Unternehmensführung in Weeze und zu seinen Geld- und Pensionsbezügen in Dortmund. Sie verlangen Anpassungen. Denn van Bebber würde künftig mehr verdienen als der jetzige Flughafen-Chef. Die Stadtwerke betonen, der Vertrag mit van Bebber sei rechtsgültig.  

Stand: 22.05.2020, 07:15