ICE Richtung Berlin fährt mehrere Monate an Hagen vorbei

Intercity-Zug

ICE Richtung Berlin fährt mehrere Monate an Hagen vorbei

Von Nina Magoley

  • Demnächst kaum noch ICE-Halte mehr in Hagen
  • Pendler, Unternehmen: Ganze Region in Aufruhr
  • Hagen soll langfristig ICE-Anschluss behalten

Trotz Gesprächen zwischen Stadt, Wirtschaft und Bahn am Montag (28.01.2019) bleibt es dabei: Wegen einer Baustelle bei Bielefeld soll nach Auskunft der Bahn die ICE-Linie 10 von März bis Mitte Oktober 2019 so gut wie nicht mehr in Hagen halten. Reisende nach Berlin oder Köln müssen in der Zeit andere Züge nehmen oder umsteigen.

Hagens OB Erik O. Schulz sagte, das Gespräch sei dennoch wichtig gewesen um zu zeigen das die Region den ICE-Anschluss dauerhaft braucht. Und die Bahn habe dafür auch eine Garantie abgegeben.

Anfang November schrieb Schulz gemeinsam mit dem Geschäftsführer der IHK Südwestfalen einen Brief an die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium NRW. Darin wiesen sie auf die Bedeutsamkeit der Fernverbindungen von Hagen aus für den südwestfälischen Raum hin.

Umfrage: So bewerten Fahrgäste die Deutsche Bahn WDR aktuell 04.12.2018 01:50 Min. Verfügbar bis 04.12.2019 WDR

Region wird "abgehängt"

Auf einer Landratssitzung in Werdohl hatten am Freitag (14.12.2018) rund 15 Bürgermeister einen Brandbrief an die Deutsche Bahn geschrieben. Die ICE-Anbindung nach Berlin sei für Bürger wie Wirtschaftsunternehmen im Märkischen Kreis "von großer Bedeutung", heißt es darin. Mit der Abkoppelung "konterkariere" die Deutsche Bahn die politischen Bemühungen zur Stärkung der Region Südwestfalen.

Die Deutsche Bahn braucht mehr Geld

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Was bringt die Einsparung wirklich?

Laut Bahn Bahn nutzten nur acht Prozent aller Reisenden aus Hagen den Fernverkehr. Es gäbe außerdem weiterhin "mehr als 30 Fernverbindungen pro Tag" von Hagen in andere Städte NRWs. Gemeint sind Regionalzüge und ICs, aber auch Verbindungen, bei denen die Fahrgäste umsteigen müssen.

Deutsche Bahn - Nur 20 Prozent der ICE sind vollständig funktionsfähig Aktuelle Stunde 22.11.2018 06:04 Min. Verfügbar bis 22.11.2019 WDR Von Jan Henning Gall

Dass der Verzicht auf den kurzen Halt in Hagen so viel bringen soll, erkläre sich so: In der Baustelle bei Bielefeld müsse der ICE ab März sehr langsam fahren, weil er über Gütergleise geleitet werde. Diese Verzögerung soll auf der Gesamtstrecke wieder aufgeholt werden.

Und offenbar ist dabei nicht nur Hagen betroffen: Nach Auskunft der Bahnsprecherin verlieren auch Herford und Gütersloh im nächsten Jahr ihre Fernverkehr-Halte.

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Stand: 28.01.2019, 16:30

Kommentare zum Thema

6 Kommentare

  • 6 Kolja Opitz (Köln, Plettenberg, Hamm) 29.01.2019, 11:03 Uhr

    Man könnte zu diesem Thema Romane schreiben, aber mal auf den Punkt gebracht: Die DB AG ist ein vom Management mangelhaft geführter (Staats-) Konzern. Sein alleiniger Gesellschafter kontrolliert ihn unwillig, unfähig und ohne klare Strategien. Die Regierungen sind nicht mehr in der Lage, langfristige Strategien zu bedenken geschweige denn durchzusetzen. Und so flickt man an einem System, dass weitreichend vor sich hin bröckelt, ohne wirklich nachhaltig Ziele zu verfolgen. Kommen wir zurück zu denen, die jetzt - vom Hochgeschwindigkeitsfernverkehr (laut lach!) abgehängt - am Bahnsteig in Hagen Hauptbahnhof verweilen. Pech gehabt! Genau wie die, die jeden Tag im Stau z. B. vor maroden Brücken stehen. Ihre Volksvertreter haben den Zug verpasst, nachhaltig für Mobilität und Transportmöglichkeiten zu sorgen. Empfehlung? Das System Bahn zerschlagen in Infrastruktur und Fahrdienst. Das funktioniert anderenorts prima. Weg mit Funktionsträgern ohne effektiven Benefit.

  • 5 nrw-bürger 14.12.2018, 22:48 Uhr

    Die Bahn muß wieder Dienstleister werden - im Moment macht die Bahn für viel Geld, was sie will. Feuert ein paar Bahnvorstände - zahlt den Bauarbeiten davon Überstunden und lasst die Bahn-Halte, wo sie sind. Man kann nicht ständig alles ändern - das macht die Bahn kaputt.

  • 4 Frank 14.12.2018, 17:39 Uhr

    Ich freue mich richtig auf die Verkehrswende. Dass dann der Individualverkehr verbannt wird und alle die tollen Nah-und Fernverkehrsverbindungen der Bahn nutzen können. Dei vielen tollen Elektrobusse und Straßenbahnen, während gleichzeitig die dreckigen Autos aus der Stadt verbannt werden. Das wird eine tolle Zeit mit Millionen zufriedenen Bahn- und Bus Kunden.

    Antworten (1)
    • nrw-bürger 14.12.2018, 22:45 Uhr

      Satire??

  • 3 Kanu 14.12.2018, 14:46 Uhr

    Die Erklärung der DB hinkt. Weil nur 8% in Hagen mit Bahn fahren, soll der Direktanschluss gestrichen werden. Wenn Direktanschlüsse fehlen, ist es komfortabler im Auto zu fahren. Wenn die Menschen im Auto fahren, braucht es keinen öffentlichen Nahverkehr zum Bahnhof. So geht die Spirale nach unten. Die DB gehört den Menschen, es ist ein Staatsbetrieb, wir sind der Staat, die Politiker sind gewählte Vertreter der Menschen. Da muss man erwarten, dass wir mit Bahnverkehr versorgt werden - und nicht international Logistik auf Strassen betrieben wird wie es DB bisher macht.

    Antworten (1)
    • nrw-bürger 14.12.2018, 22:46 Uhr

      Richtig. Außerdem sind auch nur eine Minderheit der Züge Fernzüge - deren Reisende mehr mehr Umsatz machen. Die Bahn - keine Argumente. Immer gut für einen Grund, Auto zu fahren.

  • 2 Leser 14.12.2018, 13:51 Uhr

    Bahnvorstand?

  • 1 Kosmopolit 14.12.2018, 12:46 Uhr

    Seit die Bahn vor nicht allzu langer Zeit ,unter Mehdorn, das Bahnetz in NRW dramatisch verdünnt hat, dazu jährliche Preiserhöhungen. Man sollte sich einfach mal unsere "Nachbarn" anschauen und siehe da , bahntechnisch läuft es verglichen perfekt! Und diese Problematik kann man 1:1 auf das InternetZ übertragen, einfach nur erbärmlich!

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