Hochzeit auf der Intensivstation

Zwei goldene Ringe

Hochzeit auf der Intensivstation

  • 62-jähriger wird palliativ auf der Intensivstation behandelt
  • Größter Wunsch: Seine 51-jährige Freundin heiraten
  • Pflegeteam bastelt aus Socken eine Fliege für den Bräutigam

Im Dortmunder Klinikum hat es eine ganz besondere Hochzeit gegeben. Ein Paar hat sich im August 2019 auf der Intensivstation das Ja-Wort gegeben. Genauer wollten die Brautleute das Datum nicht beschreiben. Denn der Ehemann ist so krank, dass er die Klinik wohl nicht mehr verlassen und jeden Tag sterben kann.

Trauung spontan

Es war alles ziemlich improvisiert, weil es ganz schnell gehen musste. Bevor er stirbt, hatte der 62-Jährige noch einen letzten Herzenswunsch: Er wollte seine große Liebe heiraten. Die sagte spontan ja, und den Rest hat das Pflegeteam möglich gemacht.

Eine Krankenschwester fragte beim Standesamt an, das brauchte noch ein paar Unterlagen. Die angehende Braut fuhr sofort zu ihrer vier Stunden entfernten Wohnung, schlief dort drei Stunden und fuhr nach Dortmund zurück. "Lebt er noch, wenn ich dort ankomme?" fragte sie sich.

Kirchenmusik aus dem CD-Player

Er lebte. Die Standesbeamtin war bereits vor Ort. Und als die Braut ankam, hatte das Pflegeteam das Zimmer mit Herzchen und Lichterketten dekoriert. Eine Fliege für den Bräutigam war nicht aufzutreiben. Deshalb bastelten die Schwestern aus Socken und einem Band selbst eine. Die Kirchenmusik kam aus dem CD-Player. Und nach wenigen Minuten war die Trauung vollzogen.

Das Brautpaar möchte jetzt noch so viel Zeit wie möglich gemeinsam verbringen. Denn schon bald heißt es, für immer voneinander Abschied zu nehmen.

Hinweis: Zu Beginn hatten wir Fotos des frisch gebackenen Ehepaares hier gepostet, da sie uns mit Einverständnis der Abgebildeten zur Verfügung gestellt wurden. Das Paar hat aber am Mittwochnachmittag (14.08.2019) sein Einverständnis zurückgezogen, was wir respektieren. Deshalb haben wir die Ursprungsfotos entfernt.

Stand: 13.08.2019, 14:18

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