Castrop-Rauxel: Bürger wehren sich gegen Höchstspannungsleitungen

Die Anwohner Gabi und Georg Winkelkotte stehen unter der Hochspannungsleitung.

Castrop-Rauxel: Bürger wehren sich gegen Höchstspannungsleitungen

  • Netzbetreiber will 380.000 Volt Leitungen verlegen
  • Bürgerinitiative wehrt sich mit Protestbrief
  • Amprion tourt mit Infoveranstaltungen durchs Land

Schon jetzt hängen Hochspannungsleitungen mit 220 Kilovolt über den Gärten der Menschen in Castrop-Rauxel Pöppinghausen. Demnächst soll das Netz sogar auf 380.000 Volt ausgebaut werden. Grund ist das dortige Umspannwerk, das im Zuge der Energiewende aufgerüstet werden muss, so Netzbetreiber Amprion. Der hat Donnerstagabend (24.01.2019) versucht die Menschen vor Ort zu beruhigen.

Bürgerinitiative wehrt sich

Viele Anwohner sitzend während der Infoveranstaltung von Amprion in der Pöppinghauser Kirche.

Die Pöppinghauser Kirche war am Donnerstagabend bei der Infoveranstaltung von Amprion komplett gefüllt.

Anwohner wie Monika Ochmann machen sich große Sorgen. "Klar hab ich Angst um die Kinder, die Belastung ist jetzt schon hoch hier bei uns. Wenn jetzt noch 380 kV draufkommen, das belastet sehr!" Angst haben die Menschen vor allem wegen des Elektrosmogs. Sie befürchten, dass sie die neuen Starkstromleitungen krank machen. Vor ein paar Wochen haben sie darum eine Bürgerinitiative gegründet und Unterschriften gesammelt. Über 70 Prozent der Pöppinghauser haben den Protestbrief gegen die neuen Hochspannungsleitungen unterschrieben.

Amprion tourt mit Infoveranstaltungen

Um die Sorgen der Menschen zu zerstreuen, veranstaltet der Netzbetreiber Amprion Infoveranstaltungen in den Städten, die vom Netzausbau betroffen sind. Die Pöppinghauser Kirche war Donnerstagabend komplett gefüllt. Eine der Forderungen der Anwohner: Die neuen Leitungen sollen um bebautes Gebiet herum verlegt werden, oder noch besser, unterirdisch. Das sei laut Amprion zurzeit allerdings nicht geplant. 

Stand: 25.01.2019, 09:23

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