Dortmunder Horror-Hochhaus kann endlich abgerissen werden

Das leerstehende Hochhaus an der Kielstraße in Dortmund

Dortmunder Horror-Hochhaus kann endlich abgerissen werden

  • Stadt Dortmund kann sogenanntes Horror-Haus abreißen
  • Letzte Wohnung gekauft
  • Gebäude in der Nordstadt bereits seit 17 Jahren gesperrt

Das Ende des sogenannten Horror-Hauses an der Kielstraße in der Dortmunder Nordstadt ist wohl besiegelt. Die Stadt Dortmund hat am Dienstag (18.06.2019) mitgeteilt, dass sie die letzte Wohnung in dem leerstehenden Gebäude gekauft hat. Damit kann das Hochhaus mit seinen 102 Wohnungen nun abgerissen werden. Eine Sanierung ist nicht bezahlbar. Auch der Abriss dürfte wegen verschiedener Schadstoffe kompliziert werden.

Noch immer ein Schandfleck

17 Jahre nachdem das Hochhaus gesperrt wurde, ist es noch immer ein Schandfleck. Die Türen hängen schief in den Angeln, Spielzeug, abgetragene Kleidung und alte Zeitschriften lagen kreuz und quer in den Wohnungen.

Im Februar hatte die Stadt mitgeteilt, dass das Haus mittlerweile entrümpelt sei. Weil die untersten Etagen aus Sicherheitsgründen zugemauert wurden, musste der Müll über Gerüste und Lastenaufzüge aus dem Haus geschafft werden.

Hochhaus 1969 mit öffentlicher Förderung gebaut

Zur Geschichte: 1969 hatte die Veba das Haus mit öffentlicher Förderung gebaut. Entsprechend niedrig waren auch die Mieten für die zum Teil 80 Quadratmeter großen Wohnungen. Nach 25 Jahren verkaufte die Veba das Haus an einen Immobilienhai, der die Wohnungen zu völlig überhöhten Preisen anbot. Für viele Mieter auf Dauer zu teuer.

Energieversorger stellte im Jahr 2002 den Strom ab

Die Folge: das Haus verkam, immer mehr Mieter zogen aus. Im Dezember 2002 stellte der Energieversorger den Strom ab, weil die Eigentümergemeinschaft die Nebenkosten nicht mehr bezahlt hatte - obwohl die Mieter ihre Vorauszahlungen geleistet hatten. Das Haus wurde zwangsgeräumt und gesperrt.

Stand: 19.06.2019, 13:45