Hitze in NRW-Ballungsräumen nimmt zu

Frau mit Sonnenhut trinkt aus einer Wasserflasche, Recklinghausen

Hitze in NRW-Ballungsräumen nimmt zu

Von Daniel Chur

  • Landesamt hat Hitzebelastung in NRW analysiert
  • Fünf Millionen Menschen von Hitze betroffen
  • Große Probleme in Düsseldorf, Köln und dem Ruhrgebiet

Düsseldorf, Köln und das Ruhrgebiet - hier werden die Menschen in Zukunft noch häufiger schwitzen. Da ist sich das Landesamt für Umwelt und Natur (LANUV) sicher. Die Belastung durch extreme Hitze und sogenannte "Wärmeinseln" hat dort in den letzten Jahrzehnten massiv zugenommen. Die durchschnittliche Jahrestemperatur steigt immer weiter, so das LANUV - bis 2050 um etwa ein Grad.

Belastung steigt bis 2050

Hitzekarte des Landesamts für Umwelt und Natur, LANUV, mit rot markierten Flächen für besonders hohe Hitze

Die Karte des LANUV macht deutlich: Heiß (rot) wird es in den Ballungsräumen

"Hitze" ist der Schwerpunkt des aktuellen Jahresberichts vom LANUV, der am Donnerstag (21.06.2018) in Essen vorgestellt wurde. Darin zu finden ist auch eine neue Karte, in der die aktuelle Hitzebelastung in NRW dargestellt wird. Das Landesamt hat dazu sämtliche Temperaturdaten der letzten Jahre zusammengetragen. Ein Ergebnis: Fünf Millionen Menschen in NRW sind derzeit regelmäßig extremen Hitzebelastungen ausgesetzt.

In Düsseldorf sind das über 70 Prozent der Stadtbevölkerung. In Duisburg, Gladbeck und Köln immerhin noch über 60 Prozent. Und sollte der Klimawandel fortschreiten wie bisher, dann wäre bis Mitte des Jahrhunderts etwa die Hälfte der Menschen in Nordrhein-Westfalen betroffen, so LANUV-Präsident Thomas Delschen.

Zu wenig Grün in Innenstädten

Blick über Parkanlagen auf die Skyline der Stadt Köln

Immer noch zu wenig Grün: Köln gehört zu den heißesten Städten

Warum werden die Innenstädte so heiß? Darauf antworten die Experten des Landesamtes schlicht mit: Falsch gebaut. Viele Innenstädte seien zu dicht bebaut, es gäbe kaum Grünflächen und noch weniger Wasserflächen. All das würde aber Kühlung in die Innenstädte bringen. Und dass es auch in den Städten durchaus kühler sein könnte, zeigen die Temperaturunterschiede: Die liegen in NRW im Vergleich "Stadt - Land" oftmals bis zu zehn Grad auseinander.

Das LANUV hofft nun, dass die zusammengetragenen Daten aus allen Kommunen im Land insbesondere bei Städteplanern Beachtung finden. Anhand der Karte sollen sie sehen, wo sie ihre "Baustellen" haben, wo mehr Grün nötig ist, wo neue Wohn- und Industriegebiete gebaut werden sollten. Und vor allem: Wo nicht.

Endlich kühle vier Wände bei Hitze - mobile Klimageräte

WDR 5 Profit - aktuell | 05.06.2018 | 03:34 Min.

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Stand: 21.06.2018, 18:46