Herne plant Großprojekt auf Zechengelände

Dreidimensionales Modell eines Technologieparks

Herne plant Großprojekt auf Zechengelände

Von Olaf Biernat

  • Neue Nutzung des Zechengeländes General Blumenthal geplant
  • "Technology World" für Forschungsinstitute und Firmen
  • 1.500 Arbeitsplätze sollen in Herne entstehen
  • Seilbahn soll Gelände mit Bahnhof verbinden

Noch ist es eine Vision, die aber schon bald Realität werden soll. Auf dem alten Zechengelände General Blumenthal plant die Stadt Herne ein neues Technologie-Zentrum.

Die Pläne wurden am Donnerstag (09.01.2020) erstmals im Planungsausschuss öffentlich gemacht. Nach Angaben der Stadt gibt es in Nordrhein-Westfalen keine vergleichbaren Projekte.

Hochmoderne Gebäude auf alter Industriebrache

Die "International Technology World Herne" soll auf einer Fläche gebaut werden, die so groß ist wie 40 Fußballfelder. Auf den Planskizzen ragt ein über 100 Meter hoher Büroturm in die Höhe.

Daneben eine Passarelle - ein Gebäude, das zum Teil auf Stelzen im Wasser steht. Und eine "Tech-Hall", eine Halle mit verglaster Klimahülle. Insgesamt sollen hier einmal 1.500 Menschen arbeiten.

Projekt ein "Abenteuer" für Herne

In der Technologie-Welt sollen sich vor allem Forschungsinstitute, aber auch Handwerksunternehmen ansiedeln. Das Großprojekt ist für Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda (SPD) eine besondere Herausforderung: "Ein Projekt mit so einer Dimension vermutet niemand in Herne. Das ist für uns ein Abenteuer und wir trauen uns, auch einmal groß zu denken".

Neben neuen Gebäuden ist auch eine Seilbahn geplant, die von der RWTH Aachen entwickelt wird. Auf einer Länge von 1,2 Kilometern soll sie den Bahnhof Wanne-Eickel mit dem Technologie-Zentrum verbinden.

Ein Modell einer Halle

Die Gondeln sollen auf einer Höhe von 100 Metern quer über die Gleise verkehren. Die Hälfte des gesamten Geländes soll übrigens begrünt werden, um auch dem Klimaschutz gerecht zu werden.

Investoren gesucht

Damit das Großprojekt tatsächlich umgesetzt wird, muss die Stadt Herne aber noch einige Hürden aus dem Weg räumen. Denn das Gelände gehört noch der RAG Montan Immobilien und unterliegt dem Bergrecht.

Für die Finanzierung hofft Herne auf Geld aus dem Strukturstärkungsgesetz vom Bund, das im Frühjahr 2020 verabschiedet werden soll. Außerdem müssen Investoren gefunden werden, es gebe aber schon erste Interessenten, heißt es.

Kohlekraftwerk muss abgerissen werden

Ein weiterer Brocken: Auf dem Gelände steht ein altes und stillgelegtes Kohlekraftwerk von Uniper, das abgerissen werden müsste. Die Stadt Herne hofft, dass das Land NRW die Kosten von rund 15 Millionen Euro übernimmt.

Das wäre aber nur möglich, wenn das benachbarte neue Kohlekraftwerk "Datteln IV" im Sommer auch tatsächlich ans Netz geht. Dazu kommen noch mögliche Klagen von Bürgerinitiativen, die bereits in den Startlöchern stehen.

Stand: 09.01.2020, 16:37

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