Herdecker protestieren gegen Strommastenbau

Protest gegen Strommastenbau in Herdecke 02:37 Min. Verfügbar bis 08.02.2020 Von Peter Fischer

Herdecker protestieren gegen Strommastenbau

Von Peter Fischer

  • Schüler und Anwohner gegen neuen Strommast
  • Bäume auf Privatgrundstück sollen weg
  • Eigentümer nicht einverstanden

Schüler und Anwohner haben in Herdecke am Freitag (08.02.2019) gegen die Rodung von Bäumen auf einem Privatgrundstück demonstriert. Der Dortmunder Netzbetreiber Amprion will in der nächsten Woche auf dem Grundstück Bäume fällen, um einen fast neunzig Meter hohen Strommast zu errichten. Die Eigentümer des Grundstücks haben nicht zugestimmt.

"Besitz-Einweisung" machts möglich

Möglich macht das eine sogenannte "vorzeitige Besitz-Einweisung". Die hat sich Amprion von der Bezirksregierung Arnsberg geholt. Begründet wird die Genehmigung damit, dass der Netzbetreiber die Stromversorgung mittelfristig sicherstellen muss. Dafür soll eine neue 380-Kilo-Volt-Trasse von Nord- nach Süddeutschland gebaut werden. Sie soll vor allem Strom aus Wind-Energie transportieren.

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Die Grundschulklassen hätten nach der Zeugnisvergabe auch nach Hause gehen können. Aber sie sind freiwillig mit selbstgemalten Protest-Bildern in das Landschaftsschutzgebiet gekommen. Mit Protest-Bildern markierten sie die Bäume, die bald gefällt werden sollen. Die Schule nutzt den kleinen Privatwald für Naturkunde-Exkursionen. Das wird künftig nicht mehr möglich sein.

Knapp neunzig Meter hohe Masten

Mehrere bis zu 87 Meter hohe Masten sind auf Herdecker Gebiet geplant. Einer davon auf dem Privatgrundstück einer Familie. Die muss sich nun der „Besitz-Einweisung“ beugen. Amprion darf einen Teil des Landschaftsschutzgebietes roden.

Dagegen haben Herdecker geklagt. Entscheiden muss darüber das Bundesverwaltungsgericht. Offenbar pokert Amprion aber und nimmt in Kauf, die Masten erst zu bauen und sie später womöglich wieder abreißen zu müssen.

Stand: 08.02.2019, 14:31