Bochum: Studierende löten Heiz-Pads für Obdachlose

Übergabe der Mini-Heizungen

Bochum: Studierende löten Heiz-Pads für Obdachlose

Von Danny Pabst

Die klirrend kalten Winternächte sind zwar erstmal vorbei, Studierende der RUB engagieren sich aber weiter für Menschen, die auf der Straße leben.

Ihre Lösung: Kleine Heiz-Pads, die ein bisschen Wärme verbreiten. Die Geräte im Format DIN A5 sind handlich, passen in fast jede Tasche und halten neun Stunden lang warm. Der Strom kommt aus einer Powerbank.

Diese bekommen die Wohnungslosen genauso kostenlos wie das Wärme-Pad selbst. Beim Aufladen hilft der Verein Unsichtbar. Dort kann man die Powerbank neu laden oder die leere gegen eine volle tauschen.

Verein Unsichtbar verteilt die Heiz-Pads

Wegen der Pandemiebeschränkungen hatte sich die Produktion um einige Wochen verschoben, dazu kamen Lieferschwierigkeiten bei einigen Bauteilen. 30 Geräte hat die Ruhr-Universität mittlerweile dem Verein Unsichtbar übergeben, sie werden jetzt nach und nach an Bedürftige verteilt. In den nächsten Wochen sollen viele dazukommen: das Ziel sind nochmal 170 Heiz-Pads.

Studierende fertigen Elektronik in Heimarbeit

Heiz-Pads im Taschenformat

So sehen die Miniheizungen aus, die Wohnungslosen kurzfristig helfen können.

Bis dahin liegt viel Arbeit vor den Studierenden der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik. Weil sie nicht auf dem Campus sind, arbeiten sie in den eigenen vier Wänden. "Sie holen stattdessen die Bauteile ab und löten zuhause. Über das passende Werkzeug verfügen sie alle", sagt Dr. Christoph Baer vom Lehrstuhl für Elektronische Schaltungstechnik. Damit ist es aber noch nicht getan. Die Heiz-Pads brauchen eine Schutzhülle – auch die wird von Hand geschneidert. "Unsere kolumbianische Austauschstudentin Juanita Fernández hat deswegen extra nähen gelernt", sagt Christoph Baer.

Finanzielle Hilfe

Unterstützt wird das Projekt von einem Zusammenschluss vieler IngenieurInnen aus aller Welt. Sight heißt der Verband, die Abkürzung steht für Special Interest Group on Humanitarian Technology (dt. Spezielle Interessensgruppe für humanitäre Technologie). Christoph Baer hatte Sight im November 2017 nach Deutschland geholt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Ruhr-Universität für Wohnungslose engagiert. Im Dezember 2020 hatten Studierende eine kleine Alarmanlage vorgestellt, den Clochard Alert.

Stand: 19.02.2021, 16:26

Weitere Themen