Ermittlungen nach Ballon-Havarie in Bottrop

Ballon Wrack auf einem Anhänger

Ermittlungen nach Ballon-Havarie in Bottrop

  • Staatsanwaltschaft Essen ermittelt gegen Ballonfahrer
  • Bergung des Heißluftballons aus Strommast abgeschlossen
  • Korb aus 65 Metern Höhe abgeseilt

Die Staatsanwaltschaft Essen hat am Donnerstag (04.10.2018) bestätigt, dass sie Ermittlungen gegen den Ballonfahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen hat. Er war mit seinem Ballon und fünf Mitfahrern in rund 65 Metern Höhe in einem Strommast hängengeblieben. Stundenlang mussten sie in dem Korb des Ballons ausharren. Nun wird geprüft, ob dem Mann ein Fehlverhalten nachgewiesen werden kann.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat den Ballonfahrer befragt, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Außerdem wurde der Zustand des mittlerweile aus dem Strommast geborgenen Ballons untersucht und das Checkheft überprüft.

Sechs Personen gerettet

Der Heißluftballon hatte sich am Sonntagabend (30.09.2018) in den Stromleitungen verheddert, der Korb baumelte in etwa 65 Metern an der Spitze des Strommasts. Höhenretter sicherten zuerst den Korb. Dann wurden die sechs Ballonfahrer durch das Innere des Mastes abgeseilt.

Bottrop: Ballon hängt in Strommast

Das war knapp: Sechs Stunden lang hingen sechs Ballonfahrer in einem Strommast in Bottrop fest. Erst in der Nacht konnten sie aus 65 Metern Höhe gerettet werden.

Ballon hängt bei Bottrop in Strommast

Großeinsatz in Bottrop: Am Sonntag (30.09.2018) um 17.33 Uhr war ein Heißluftballon in 65 Metern Höhe an einem Strommasten hängen geblieben. Plötzliche Fall- und Seitenwinde sollen die Ursache gewesen sein.

Großeinsatz in Bottrop: Am Sonntag (30.09.2018) um 17.33 Uhr war ein Heißluftballon in 65 Metern Höhe an einem Strommasten hängen geblieben. Plötzliche Fall- und Seitenwinde sollen die Ursache gewesen sein.

Sechs Personen befanden sich im Korb des Ballons. Sie hatten großes Glück, dass der Korb keine stromführenden Leitungen berührte. Lediglich die Ballonhülle selbst, die keinen Strom leitet, hing an den Leitungen.

Nachdem der Netzbetreiber den Strom der Hochspannungsleitung abgestellt hatte, machten sich Höhenretter der Feuerwehr auf den Weg nach oben.

Sie hatten während des Einsatzes per Handy Kontakt zu den Ballonfahrern.

Die Rettung gestaltete sich schwierig. Zunächst musste der Korb gesichert werden.

Erst dann konnten die Personen nach und nach in Rettungsgeschirr gepackt und abgeseilt werden. Erst gegen 23.30 Uhr war der Rettungseinsatz beendet. Die sechs Ballonfahrer kamen unversehrt am Boden an, zwei von ihnen hatten allerdings laut Feuerwehr einen leichten Schock erlitten.

Wegen des Einsatzes wurden mehrere Straßen in der Nähe des Unfallortes gesperrt. Auch der Zugverkehr war teilweise eingestellt.

Der Einsatz ging am Montagmorgen (01.10.2018) weiter. Der Ballon war über Nacht gesichert worden und sollte erst bei Tageslicht geborgen werden.

Hierfür waren auch Arbeiten am Boden nötig. So wurde Gehölz abgeschnitten, um Platz für einen Hubsteiger zu schaffen.

Am Vormittag machte sich dann das Spezialistenteam auf den Weg nach oben.

Am Montagabend waren die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Laut einer Sprecherin des Stromnetzbetreibers werden sie am Dienstag (02.10.2018) fortgesetzt.

Von Winden erfasst?

In einer ersten Reaktion hatte der Ballonfahrer angegeben, dass plötzlich Fallwinde aufgetreten seien und er es nicht mehr geschafft habe, rechtzeitig Höhe zu gewinnen. Normalerweise müssen Heißluftballons in einem Mindestabstand von 300 Metern zum Boden fahren. Die Aussagen werden nun überprüft, ebenso der Heißluftballon, der sichergestellt wurde. Die Beamten prüfen auch Unterlagen, aus denen hervorgehen soll, ob der Ballon regelmäßig gewartet wurde.

Stand: 04.10.2018, 14:24

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