Hagen: Halbe Million Euro für Haus von Spielhallen-Betrüger

Stand: 29.07.2022, 16:24 Uhr

Das Haus eines verurteilten Spielhallen-Betrügers ist zwangsversteigert worden. Mit manipulierten Spielautomaten hatte ein Hagener rund 20 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Einziger Bieter war ein gewerblicher Immobilienhändler.

Das Haus wechselte für eine halbe Million Euro den Besitzer, der Verkehrswert ist aber fast doppelt so hoch. Entgegen allen Erwartungen herrschte am Nachmittag fast gähnende Leere im Landgericht. Der große Ansturm auf das Reihenhaus blieb aus.

Bieter wusste nichts von den Hintergründen

Die 500.000 Euro des Immobilienhändlers aus Ostwestfalen wollte niemand überbieten. Der Händler hatte sich die Zwangsversteigerung zufällig ausgesucht und wußte nichts über die Hintergründe. Auch nicht, dass der frühere Besitzer des Hauses wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe verurteilt worden war. Seine Familie lebt noch in dem versteigerten Haus. Der neue Eigentümer will sie dort wohnen lassen.

Betrug flog vor vier Jahren auf

Razzia in Hagen

Diese Luxuswagen wurden bereits versteigert.

Der Fall von Spielhallenbetrug war vor vier Jahren bundesweit bekannt geworden. Da hatte die Polizei vor dem Haus des Betrügers in Hagen-Haspe mehrere auffällig bunte Luxus-Sportwagen beschlagnahmt. Die wurden später versteigert. Jetzt kam das Wohnhaus unter den Hammer. Mit dem Geld will sich die Finanzbehörde von dem verurteilten Spielautomaten-Betrüger ein Teil der unterschlagenen Summe zurückholen.

Täter ist seit dem Urteil auf der Flucht

Das Oberhaupt der Großfamilie war Ende 2019 zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte die Technik in Spielautomaten manipuliert. Dadurch zeigten die Geräte auf den Abrechnungen weniger Umsätze an, als sie wirklich erzielt hatten. Diese Beträge sollen dann noch mit einer Spezial-Software geschönt worden sein.

Aber noch vor Haftantritt war der Mann in die Türkei gereist. Begründung: Er müsse sich um seine schwer kranke Mutter kümmern. Das Gericht hatte ihm damals vorläufige Haftverschonung gewährt. Bis heute ist der verurteilte Spielautomaten-Betrüger nicht zum Haftantritt erschienen. Jetzt wird er mit europäischem Haftbefehl gesucht.