Dieses Haus darf es nicht geben

Dieses Einfamilienhaus hat keine Baugenehmigung

Dieses Haus darf es nicht geben

Werner Zitting möchte sein Haus in Datteln verkaufen. Doch dabei kommt heraus, dass es gar keine Baugenehmigung gibt. Jetzt will die Stadt, dass er das Haus abreißt.

Seit den 60er Jahren steht das Einfamilienhaus am Stadtrand von Datteln. Doch laut Stadt gibt es dafür gar keine Baugenehmigung. Die gibt es nur für einen Hühnerstall. Werner Zitting ist entsetzt und kann das nicht verstehen.

Alle anderen Genehmigungen liegen vor

Seine Mutter hatte das Haus 1990 gekauft. Es steht auf dem Grundstück eines Restaurants. Darum wurde unter anderem ein offizielles Wegerecht bei der Stadt beantragt und auch genehmigt. Ebenfalls genehmigt wurde der Bau einer Garage. Auch wurden Zu- und Abwasserleitungen mit Wissen der Stadt gelegt – und auch der Müll wurde regelmäßig abgeholt.

Stadt will von dem Haus nichts wissen

Die Stadt kassiert seit Jahren Grundsteuer und verschickt Abwasserbescheide. Trotzdem will sie von dem Wohnhaus nichts wissen. Wie kann das sein? Schriftlich teilt die Stadt mit: "Wohnen im Außenbereich ist Privilegierten vorbehalten: zum Beispiel Landwirten und Förstern. Bei der Genehmigung des Wegerechts und von Garagen muss die Baugenehmigung des angrenzenden Hauses nicht kontrolliert werden. Und auch nicht, um die Abfallentsorgung durchzuführen."

Abriss erst nach dem Tod des Eigentümers

Mitttlerweile hat Werner Zitting eine Abrissverfügung bekommen – die aber bis zu seinem Tod ausgesetzt ist. Mit diesem Entgegenkommen kann er wenig anfangen. "Die Stadt bestimmt über mein Leben. So kommt es mir vor." Aufgeben will er nicht – gut möglich, dass dieser Fall demnächst die Gerichte beschäftigt.

Stand: 13.01.2022, 13:47