Hausbesetzung in Essen: Gebäude geräumt

Nachdem 14 Menschen aus der linken Szene ein leerstehendes Gebäude in der Essener Innenstadt besetzt hatten, hat die Polizei das Gebäude inzwischen komplett geräumt.

Zwei Besetzer hatten sich am Montagabend noch auf dem Hausdach verschanzt. Die Beamten hielten es für zu gefährlich, sie von dort herunterzuholen. Nachdem die beiden Besetzer in der Nacht aber wieder ins Innere des Gebäudes geklettert waren, konnten die Beamten sie am Dienstagmorgen herausholen.

Besetzer sprechen von "Law-and-Order-Politik"

Am Dienstagvormittag hielten 15 linke Aktivisten eine Mahnwache vor dem Essener Polizeipräsidium ab, um die festgenommenen Besetzer zu unterstützen. In einer Mitteilung erklärten die Besetzer, dass sich in Essen in den letzten Jahren eine "rassistische Law-and-Order-Politik" entwickelt habe. Das Zentrum, das die Hausbesetzer fordern, solle allen, die von Rassismus betroffen sind, einen Zufluchtsort bieten.

Gebäude gehört der Stadt

Diese Forderung richtet sich an die Stadt, die Eigentümerin des besetzten Gebäudes ist. Generell sei man bereit über die Forderungen zu sprechen, aber die Stadt findet die Vorwürfe nicht gerechtfertigt, weil schon einiges gegen Rassismus getan werde. In direkter Nachbarschaft gebe es das VielRespektZentrum, außerdem eine städtische Anlaufstelle, das kommunale Integrationszentrum und das Anti-Rassismus-Telefon, sagt Stadtsprecherin Silke Lenz.

Mangel an Räumen zur "Selbstentfaltung"

Die Hausbesetzer sprechen zudem von einem generellen Mangel an "unkommerziellen Räumen zur Selbstentfaltung". Die Gruppe bezeichnet sich selbst als einen "losen Zusammenschluss von Aktivistinnen, die sich basisdemokratisch und hierarchiefrei" organisieren würden.