Nach Mobbingvorwürfen: Hattinger Löschzug wieder einsatzbereit

Streit bei Freiwilliger Feuerwehr in Hattingen 02:40 Min. Verfügbar bis 27.05.2020

Nach Mobbingvorwürfen: Hattinger Löschzug wieder einsatzbereit

  • Hattinger Löschzug wieder einsatzbereit
  • Wiederaufnahme nach Gesprächen mit der Stadt
  • Mobbingvorwürfe gegen Löschzugführer waren Grund für Streit

Der Löschzug Nord der Hattinger Freiwilligen Feuerwehr hat am Mittwoch (29.05.2019) den Dienst wieder aufgenommen. Zuvor standen nach einem Streit um den Löschzugführer Ende vergangener Woche 30 Feuerwehrleute für Einsätze nicht mehr zur Verfügung.

Gespräch zwischen Stadt und Feuerwehrleuten

Die Stadt Hattingen hatte sich am Dienstag (28.05.2019) mit den Feuerwehrleuten des Löschzugs Nord zusammengesetzt, um einen Kompromiss zu finden. "Es war ein sehr intensives, konstruktives Gespräch und wir konnten viele Missverständnisse ausräumen", sagte Bürgermeister Dirk Glaser nach dem Gespräch.

An dem Gespräch hatte auch der Löschzugführer teilgenommen, der derzeit beurlaubt ist. Vorwürfe gegen ihn werden nun in einem disziplinarischen Verfahren geklärt, das nach den Regularien der Freiwilligen Feuerwehr eingeleitet wurde.

Hintergrund: Löschgruppenführer wurde suspendiert

Der Hintergrund: Der Löschgruppenführer der Wache Nord war wegen Mobbingvorwürfen suspendiert worden. Wie am Montag (27.05.2019) bekannt wurde, hatten seine Unterstützer daraufhin geschlossen ihre Funkmeldeempfänger abgegeben und waren damit im Ernstfall nicht erreichbar.

Der Brandschutz war durch die Hattinger Berufsfeuerwehr und die weiteren Freiwilligen Feuerwehren aber durchgängig weiter gewährleistet.

Schwelender Streit war zunächst eskaliert

Es hatte wohl schon länger Streitigkeiten in der Wache Nord der Freiwilligen Feuerwehr gegeben. Der Löschgruppenführer soll mit den Einsatzkräften teilweise sehr unflätig umgegangen sein und seine Fürsorgepflicht verletzt haben. Vier seiner Kollegen hatten sich deshalb einen Anwalt genommen. Sie erheben schwere Vorwürfe, auch wegen Mobbings.

"Einem (der Kläger) wurde unterstellt, er hätte Straftaten begangen, indem er Kassen der Freiwilligen Feuerwehr leer gemacht hätte. Das Ganze stimmt nachweislich nicht", erklärt der Anwalt Burkhard Benecken.

Unterstützer glauben an Hetzkampagne

Die 30 Kollegen aus dem Löschzug halten das für eine Hetzkampagne. Sie glauben nicht, dass ihr Gruppenleiter sich so daneben benommen hat. Aus Protest gegen seine Suspendierung hatten sie deshalb ihren Dienst vorübergehend niedergelegt.

"Er ist mit Sicherheit keine gottähnliche Person, die über jeden Fehler erhaben ist. Er ist aber ein Kamerad, der seine Fehler erkennt, Konflikte ausräumt und sich ständig darum bemüht, die Qualität seiner Mitarbeiterführung zu verbessern", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Stand: 29.05.2019, 14:55