Hannibal-Hochhaus soll bis 2020 saniert werden

Hochhauskomplex in Dortmund-Dorstfeld wird wegen Brandschutzmängeln geräumt

Hannibal-Hochhaus soll bis 2020 saniert werden

  • Dortmunder Hochhaus war wegen Brandschutzmängeln geräumt worden
  • Bis zum Sommer 2018 soll Bauantrag gestellt werden
  • Gebäude müsse für Sanierung leer sein
  • Mieterverein ist skeptisch

Das wegen Brandschutzmängeln von der Stadt Dortmund geräumte Hochhaus Hannibal II soll bis "Ende 2019 oder Anfang 2020" saniert sein.

"Wir wollen das Gebäude schnellstmöglich wieder an den Start bringen. Die Stadt Dortmund hat uns eine zügige Bearbeitung des Bauantrags zugesichert", sagte der Geschäftsführer des Eigentümers Intown, Sascha Hettrich, der Deutschen Presse-Agentur.

Bauantrag im Sommer

Das in Berlin ansässige Unternehmen kündigte an, noch im Sommer einen Bauantrag für eine Modernisierung des Gebäudes zu stellen. Rund 750 Bewohner mussten nach der kurzfristigen Schließung in Behelfsunterkünfte der Stadt ziehen oder neue Wohnungen suchen.

Eine Baugenehmigung hält Intown bis Ende 2018 oder Anfang 2019 für möglich. Dazu kämen zwölf Monate für die Arbeiten.

Gebäude muss leer sein

Voraussetzung für die Arbeiten: Das Gebäude müsse leer sein. Es bestünden noch 200 Mietverhältnisse. Intown sei mit den Mietern im Gespräch. Für einen Auszug oder die Zwischenlagerung von Möbeln habe die Stadt die Gebäudesperre gelockert.

Mieter könnten jetzt in einem Zeitraum von drei Stunden die Wohnung räumen, ohne das ein Löschzug der Feuerwehr anwesend sei, sagte Hettrich.

Mieterverein ist skeptisch

"Wir würden der Sanierungsankündigung gerne Glauben schenken", sagt Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund. "Aber dafür fehlen uns Anhaltspunkte." Vor einer Woche habe Intown beim Brandschutz noch keinen Sanierungsbedarf gesehen, also: "Welche Maßnahmen sollen am Gebäude und in den Wohnungen genau durchgeführt werden?"

Auch Andere haben Zweifel: Intown hatte die Stadt wegen der Räumung verklagt. Und bis darüber entschieden ist, könnten Jahre vergehen. Bis dahin werde die Stadt wohl kaum einen Bauantrag genehmigen, der keine umfassende Brandschutzsanierung vorsieht, sagt ein Beobachter.

Stadt will Mietern helfen

Die Stadt hatte kürzlich betont, sie stelle weiterhin Hilfen für Hausrat, Renovierung, Umzug und Kaution zur Verfügung. Die Kosten für die Einlagerung von Hausrat und die Kosten für Container würden in der Regel für drei Monate bezahlt. Eine längere Übernahme sei nach Prüfung im Einzelfall möglich.

Stand: 26.02.2018, 17:03