Geräumter "Hannibal" in Dortmund: Weiter Warten auf Sanierung

Absperrungen stehen vor dem geräumten Hochhauskomplex Hannibal II.

Geräumter "Hannibal" in Dortmund: Weiter Warten auf Sanierung

  • Keine Baugenehmigung für Sanierung des "Hannibal"-Hochauses
  • Entwurf weist laut Stadt Dortmund "Mängel im Brandschutz" auf
  • Besitzer will "Hannibal II zeitnah reaktivieren"

Mehr als zwei Jahre nach der Räumung des Hochhauskomplexes Hannibal ringen Stadt und Eigentümer weiter um eine baldige Sanierung des leerstehenden Wohnriesen. Ursprünglich war der Eigentümer davon ausgegangen, dass im Jahr 2020 wieder Mieter einziehen können.

Tatsächlich hat die Stadt bislang noch keine Baugenehmigung erteilt. "Der vorliegende Entwurf weist leider Mängel im Bereich Brandschutz auf, die der Antragsteller unbedingt nachbessern muss", teilte eine Sprecherin der Stadt Dortmund mit.

Viele Bewohner haben neue Wohnungen

Der überwiegende Teil der Bewohner habe aber inzwischen neue Wohnungen gefunden. 16 Haushalte, insgesamt 50 Menschen, leben aber immer noch in Wohnungen, die ihnen die Stadt nach der kurzfristigen Räumung zur Verfügung gestellt hat. Das berichtet die dpa am Samstag (07.12.2019).

Die Objektgesellschaft, der der Hochhauskomplex gehört und deren Wohnungen vom Gebäudeverwalter Allsites Property Management betreut werden, teilte auf Anfrage mit, man sei bemüht, "den Hannibal II zeitnah zu reaktivieren und dem Dortmunder Wohnungsmarkt zuzuführen". Das Haus wieder in Betrieb zu nehmen, würde zu einer spürbaren Entlastung des angespannten Dortmunder Wohnungsmarktes beitragen, so der Sprecher von Allsites.

Gerichtsentscheidung zu Räumungsanordnung steht aus

Das Hochhaus war im September 2017 kurzfristig geräumt worden. Die Stadt hatte dies mit gravierenden Mängeln beim Brandschutz begründet. Für die Bewohner bestehe "akute Gefahr für Leib und Leben". Erst wenn der Eigentümer die Mängel behoben habe, könne das Haus wieder bezogen werden.

Gegen die Räumungsanordnung und die ihm in Rechnung gestellten 780.000 Euro ist die Objektgesellschaft gerichtlich vorgegangen. Das zuständige Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hat jedoch noch keine Entscheidung gefällt.

Stand: 08.12.2019, 15:47

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