Ruhrgebiet: Städte finden keine Handwerker

Ruhrgebiet: Städte finden keine Handwerker

  • Handwerkermangel bei städtischen Bauvorhaben
  • Baustellen verzögern sich und werden teurer
  • Grund: gute Konjunktur, Aufträge nicht lukrativ

Viele Städte im Ruhrgebiet haben Probleme, Handwerker und Baufirmen für Aufträge zu finden. Oft bewerben sich wenige oder gar keine Firmen bei öffentlichen Ausschreibungen und wichtige städtische Bauvorhaben verzögern sich.

Aufträge nicht lukrativ genug

Hauptgrund dafür ist die gute Konjunkturlage: Die Auftragsbücher sind voll und oft sind städtische Aufträge für die Firmen nicht lukrativ.

Laut der Kreishandwerkerschaft Ruhr sei die Bezahlung bei den Städten zwar sicher, das Geld komme aber meistens spät, da vorher noch das Rechnungsprüfungsamt drüber schauen muss. Die Städte können Handwerker am Ende meist nur mit mehr Geld überzeugen.

Niemand will Wittener Rathaus decken

Ein aktuelles Problem gibt es zum Beispiel in Witten. Dort muss das Rathausdach neu gedeckt werden. Beworben hat sich trotz europaweiter Ausschreibung bisher aber niemand für den Auftrag. Ähnlich in Bottrop, wo sich die Sanierung des Rathauses aus denselben Gründen verzögert und teurer wird.

Oft müssen die Städte am Ende mehr bezahlen, um Firmen anzulocken. Auch die Stadt Bochum bestätigt, dass viele Bauprojekte deshalb teurer werden und die Suche nach Handwerkern schwer ist. In Bochum findet sich zurzeit zum Beispiel keine Firma, die ein Geländer in der Freilichtbühne Wattenscheid anbringt.

Stand: 14.05.2018, 10:13