Nach tödlichem Ehestreit: Frau muss in Haft

Mit diesem Messer soll die Frau ihren Mann erstochen haben

Nach tödlichem Ehestreit: Frau muss in Haft

  • Ehepaar soll immer wieder gestritten haben
  • Angeklagte hat Tat gestanden
  • Keine Tötungsabsicht nachweisbar

Eine 64-Jährige aus Hamm hat im Streit ihren Ehemann erstochen. Das Landgericht Dortmund verurteilte sie am Mittwoch (22.10.2019) wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

Am 21. April 2019 soll die Frau in der gemeinsamen Wohnung auf ihren Mann eingestochen haben. Ihr gleichaltriger Ehemann verblutete im Schlafzimmer. Der Stich war direkt ins Herz gegangen.

Jahrelanger Alkoholmissbrauch

Zum Prozessauftakt hatte die Angeklagte den Messerangriff zugegeben. Eine Tötungsabsicht bestritt sie aber. "Ich wollte ihn nur erschrecken – ich habe ihn geliebt", sagte die 64-Jährige den Richtern. Täter und Opfer hatten über Jahre immer wieder zusammen Alkohol getrunken und sich dann gestritten. Auch am Tag der Tat.

Sohn rief die Polizei

Der Sohn des Paares berichtete im Zeugenstand von den Verhältnissen. Am Osterwochenende hatte die Angeklagte ihren Sohn angerufen, und gesagt, es sei etwas passiert. Als er in der Wohnung seiner Eltern in Hamm ankam, fand er dort seinen toten Vater und rief die Polizei.

Die Staatsanwaltschaft war ursprünglich davon ausgegangen, dass die Frau ihren Mann gezielt töten wollte. Angeklagt war sie daher wegen Totschlags. Das konnte im Prozess aber nicht nachgewiesen werden.

Stand: 22.10.2019, 16:13