Gericht: Fällung der alten Eiche in Castrop-Rauxel erstmal nicht möglich

Alte Eiche mit Hängematte des Baumbesetzers und Transparent

Gericht: Fällung der alten Eiche in Castrop-Rauxel erstmal nicht möglich

  • Eilantrag des Investors abgelehnt
  • Klage des BUND gegen Fällgenehmigung hat aufschiebende Wirkung
  • Baumbesetzer Hambi Potter bleibt im Baum
  • Investor will Wohnhäuser dort bauen

Aufschub für die Alte Eiche: Investor Dreigrund hatte beim Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen einen Eilantrag gestellt. Er wollte klären lassen, ob er die Eiche fällen darf, bevor das Gericht über eine Klage des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) gegen die Fällgenehmigung entschieden hat. Am Freitagmorgen (21.02.2020) hat das Gericht den Antrag abgelehnt. Der Umweltaktivist Hambi Potter, der im Oktober den Baum besetzt hat, will aber weiterhin im Baum bleiben.

Schutzzeit beginnt am 1. März

Der Investor hat es eilig, denn vom 1. März bis zum 30. September darf er nicht fällen, weil dann die Schonzeit für Vögel beginnt. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, "Bäume, die außerhalb des Waldes oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen."

Investor will Wohnhäuser auf dem Gelände bauen

Um die alte Eiche war in Castrop-Rauxel ein Streit entbrannt, weil der Investor auf dem Gelände in Habinghorst Wohnhäuser bauen will. Der 250 Jahre alte Baum soll dafür gefällt werden. Die Stadt hatte dafür eine Fällgenehmigung erteilt. Anwohner engagieren sich gegen die Fällung. Ein Bürgerbegehren wurde vom Stadtrat abgelehnt. Anfang Oktober besetzte ein Umweltaktivist, der sich "Hambi Potter" nennt, den Baum und verhinderte so bisher die Fällung. Der BUND hat im Herbst 2019 gegen die Genehmigung geklagt.

Stand: 21.02.2020, 10:10