Verurteilung wegen Volksverhetzung: Erzieherin in Hagen entlassen

Gebastelter Frosch hängt im Türrahmen einer Kita, im Hintergrund ist eine Kinder-Garderobe

Verurteilung wegen Volksverhetzung: Erzieherin in Hagen entlassen

  • Erzieherin hat in sozialen Medien rechte Hetze verbreitet
  • 30 Jahre in Ennepetaler Kita gearbeitet
  • Haftstrafe auf Bewährung und 1.500 Euro Geldstrafe
  • Gemeinde will der 49-Jährigen jetzt kündigen

Das Amtsgericht Hagen hatte bereits Ende letzter Woche eine Erzieherin wegen Volksverhetzung zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Jetzt hat sie auch ihren Job in einer Kita verloren. "Wenn sich jemand so äußert, ist das natürlich nicht akzeptabel", sagt Armin Kunze, Pfarrer der betroffenen Gemeinde in Ennepetal-Voerde am Donnerstagnachmittag (22.05.2020).

Pfarrer ist geschockt

Er sei geschockt gewesen, dass es sich um eine 49-jährige Erzieherin aus dem evangelischen Kindergarten handelte. 30 Jahre lang habe die Frau gute Arbeit geleistet, heißt es aus der Gemeinde. Sie sei nie durch rechtsextreme Äußerungen aufgefallen.

Hass-Postings auf russischer Social-Media-Plattform

Bis jetzt. Auf einer russischen Social-Media-Plattform hat sie mehrfach ihre rechtsextreme Gesinnung offenbart und gegen Migranten gehetzt. "Das war für mich unvorstellbar", sagt Pfarrer Kunze. Alle zwei Jahre prüft er die Führungszeugnisse aller Mitarbeiter, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Dabei war die Erzieherin ebenfalls nie aufgefallen.

Durch die Verurteilung wären dem Arbeitgeber jetzt aber spätestens bei der nächsten Prüfung des Führungszeugnisses, die Fehltritte der Erzieherin aufgefallen. Die Gemeinde will der Frau jetzt kündigen.

11 Monate Haft auf Bewährung

Das Amtsgericht Hagen hatte die Frau in der vergangenen Woche zu 11 Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro verurteilt. Ihre berufliche Karriere sei jetzt wohl vorbei, meint der Pfarrer. Er kenne niemanden, der die Erzieherin noch anstellen würde.

Stand: 22.05.2020, 16:00