Hagen und Dortmund unter Wasser: Feuerwehr im Dauereinsatz

Einige Straßenzüge verwandelten sich in reißende Flüsse

Hagen und Dortmund unter Wasser: Feuerwehr im Dauereinsatz

Große Teile von Hagen versinken in den Fluten. Anwohner sollen sich selbstständig evakuieren. Auch in Dortmund sorgt der starke Regen für Überschwemmungen.

Der Krisenstab in Hagen warnt vor einem Rekordhochwasser. Alle Personen, die in der Nähe von Flüssen wohnen, wurden aufgefordert, sich in gesicherte, höherliegende Bereiche zu begeben. Wer das Haus nicht verlassen kann, soll sich in höhere Etagen begeben. Wenn beides nicht möglich ist, hilft die Feuerwehr. Bei Anrufen muss mit längeren Wartezeiten gerechnet werden.

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Autofahrer in der Dortmunder Nordstadt eingeschlossen

Nach den starken Regenfällen standen in der Dortmunder Nordstadt mehrere Keller und Autos unter Wasser. Teilweise wateten Menschen durch knietiefes Wasser. Mehrere Autofahrer waren in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Der Notruf der Feuerwehr war zeitweise überlastet. Nach eigenen Angaben musste sie rund 200 Einsätze abarbeiten. Der Nahverkehr ist eingeschränkt. Mehrere Strecken sind gesperrt.

Im Kreis Unna musste die Feuerwehr zu 450 Einsätzen ausrücken. Hauptsächlich handelt es sich um vollgelaufene Keller.

Unwetterchaos in Hagen und Dortmund

In Hagen und Dortmund wurden durch den starken Regen etliche Straßen überschwemmt. Autos und Keller standen unter Wasser.

Eine Straße ist zu einem See geworden. Ein Auto steckt fest, zwei Menschen waten durchs Wasser.

Auch in Dortmund hat der Regen Straßen unter Wasser gesetzt. Mehrere Autos steckten fest.

Auch in Dortmund hat der Regen Straßen unter Wasser gesetzt. Mehrere Autos steckten fest.

Anwohner können nur zusehen, wie das Wasser mehr wird.

Die Polizei hat in Hagen mehrere Straßen gesperrt. Auf der Fahrbahn sind Dreck und Trümmerteile zu sehen.

In Hagen sind die ersten Fahrzeug der Bundeswehr eingetroffen. Sie sollen die Straßen räumen.

Einige Gullis haben vor den Wassermassen kapituliert.

Die Fluten haben mehrere Autos weggeschwemmt und teils stark beschädigt.

Diese Straße in Hagen gleicht momentan eher einem Flussbett.

Ein Bagger räumt bereits den ersten Schutt von einer Straße in Hohenlimburg.

Das Hochwasser hat Teile eines Gebäudes weggerissen.

Mehrere Straßenzüge wurden zu reißenden Flüssen.

Im Hof eines Schreiners steht der Schlamm zentimeterhoch.

Einsatzkräfte kämpfen in Hagen gegen Unwetter und Gaffer

Die Feuerwehr musste in Hagen bis zum Nachmittag zu über 250 Einsätzen ausrücken. Selbst schweres Räumgerät des THW reichte nicht mehr aus. Die Polizei musste sich neben dem Unwetter auch mit Gaffern beschäftigen. "Diese behindern die Einsatzkräfte und bringen sich selbst in Lebensgefahr", kritisierte die Polizei am späten Nachmittag in Hagen. Mehrfach seien Straßensperrungen ignoriert worden. Die Polizei will konsequent gegen so ein Verhalten vorgehen.

Bürgertelefon eingerichtet

Die Lage in Hagen hat sich noch nicht beruhigt - bis in die Abendstunden wird mit weiterem Starkregen gerechnet. Viele Straßen, darunter die Bundesstraße 54 sind gesperrt. In einigen Teilen der Stadt wurde der Strom abgestellt. Die Stadt hat unter der 02331/9862828 ein Bürgertelefon eingerichtet. Aufgrund des anhaltenden Regens sollen die Kindergärten am Mittwoch vorsorglich geschlossen bleiben.

Bundeswehr soll mit zwei Räumpanzern helfen

Die Einsatzkräfte sind in Hagen teilweise seit der Nacht im Einsatz. Ablösung und Unterstützung kommt von der Feuerwehr aus Bielefeld. Diese hatte sich mit 150 Personen auf den Weg gemacht. Der Krisenstab der Stadt Hagen hat inzwischen die Bundeswehr angefordert. Diese soll vor allem die Räumung der Straßen übernehmen.

Polizei bittet alle, zu Hause zu bleiben

Hunderte Notrufe gingen bei der Feuerwehr ein. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, Zuhause zu bleiben. Externe sollten nicht in die Stadt einfahren. Mehrere Straßen in Hagen stehen komplett unter Wasser. Teilweise wurden Autos weggespült. Die Wassermassen haben sogar Gebäudeteile einstürzen lassen. Einzelne Anwohner haben ihre Sachen schon gepackt - sie fürchten, dass sie ihre Häuser wegen Einsturzgefahr verlassen müssen.

Seniorenheim musste evakuiert werden

Geschlossene Kitas, ein evakuiertes Seniorenheim, von Wassermassen eingeschlossene Autofahrer und einige kaum erreichbare Ortsteile. Die Stadt Hagen haben die starken Regenfälle in der Nacht zu Mittwoch besonders schwer getroffen. Ein Altenheim mit 76 Bewohnern wurde am Mittwoch wegen einströmender Wassermassen evakuiert. "Das Seniorenheim ist sehr stark betroffen und unbewohnbar geworden", sagte ein Stadt-Sprecher.

Vier südliche Stadtteile von Hagen betroffen

Besonders stark getroffen ist der Süden von Hagen mit vier Stadtteilen, die zum Teil nicht mehr zu erreichen seien. Der Ortsteil Dahl sei praktisch abgeriegelt - außer für Einsatzkräfte, auch Ärzte könnten im Notfall durchkommen.

Anwohner: "In 68 Jahren habe ich das noch nicht erlebt"

Die Anwohner sind schockiert. Ein Hagener berichtet: "In 68 Jahren habe ich das noch nicht erlebt. Beängstigend." Ein Geschäftsmann wurde von den Fluten überrascht. Seine komplette Firma ist unter Wasser: "Das ist eine absolute Katastrophe. Sowas gabs hier noch nie. Wir dürfen auch nicht mehr ins Haus. Das ist unglaublich."

Der Leiter eines Baustoffhandels präsentiert einen Sandsack. Diese sollen vor weiteren Überflutungen schützen.

In Gevelsberg versucht Christian Erlemeyer, Leiter eines Baustoffhandels, Hilfe zu leisten. Er hatte Freiwillige dazu aufgerufen Sandsäcke zu packen. Diese sollen am Mittag nach Hagen gefahren, um Anwohner vor weiteren Wasserschäden zu schützen. "Ich hab Freunde, die eingeschlossen sind, und wir haben Mitarbeiter dort. Ich finde das gehört sich so, dass man in so einer Situation hilft."

Tischlerwerkstatt versinkt im Schlamm

In einer Schreinerwerkstatt laufen bereits die ersten Aufräumarbeiten. Bis zum Knie stand das Wasser hier, berichtet Schreiner Dirk Tabbert. Zurückgeblieben ist eine zentimeterhohe Schlammschicht. Tabbert und seine Mitarbeiter haben versucht den gröbsten Dreck wegzuräumen: "Wir versuchen einfach, den Schaden zu begrenzen. Mehr können wir gar nicht machen."

Die Polizei Hagen bedankt sich für die zahlreichen Hilfsangebote. Aktuell koordiniere man sich mit der Feuerwehr. Falls weitere Unterstützung benötigt wird, will die Polizei einen Aufruf starten: "Bitte werden Sie nicht selbst tätig bis dahin! Sie helfen uns mehr, wenn Sie Zuhause bleiben."

Zudem weist die Polizei darauf hin, die abgesperrten Straßen nicht zu betreten. Autofahrer hatten Sperrungen weggetragen oder umfahren.

Stand: 14.07.2021, 19:47