Stalking: Haft nach Suizid in Herne

Ein Mann sitzt auf dem Bett in einer Gefängniszelle. Ein Vollzugsbeamter verschließt die Tür.

Stalking: Haft nach Suizid in Herne

Von Dirk Groß-Langenhoff

  • Ex-Freund stellt 49-Jähriger monatelang nach
  • Stalking-Opfer begeht Suizid
  • Mutmaßlicher Stalker in Untersuchungshaft

Eine 49-jährige Frau, die im Juni Suizid begangen hatte, war offenbar mehr als ein Jahr lang Opfer von Stalking. Ihr Ex-Freund aus Gelsenkirchen wurde am Donnerstag (22.11.2018) von der Polizei verhaftet.

Seit 2017 hatte die Frau immer wieder Strafanzeigen gegen ihren 50-jährigen Ex-Freund gestellt und gerichtliche Verfügungen erwirkt. Am Ende fehlte ihr wohl die Kraft, sich weiter gegen dessen Nachstellungen zu wehren, glaubt die Polizei.

§ 238 StGB (Nachstellung)

Seit 2017 ist Stalking als Straftat im Strafgesetzbuch aufgeführt. Eine Gefängnisstrafe droht Stalkern, wenn sie beharrlich jemandem nachstellen, oder dadurch sogar den Tod ihres Opfers verursachen. In Absatz 3 des Paragraphen heißt es:

"Verursacht der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines Angehörigen des Opfers oder einer anderen dem Opfer nahe stehenden Person, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren."

Der Haftbefehl gegen den Mann kam wegen eines relativ neuen Paragraphen im Strafgesetzbuch zustande. Den Tatvorwurf der Nachstellung gibt es erst seit einem Jahr. Der 50-Jährige sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Er soll auch bereits seinen geschiedenen Ehefrauen immer wieder aufgelauert haben.

Stand: 23.11.2018, 16:07

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