Hacker-Angriff auf RWE-Server

RWE-Tower, Zentrale des Energiekonzerns RWE in Essen

Hacker-Angriff auf RWE-Server

  • RWE Ziel eines Hackerangriffs
  • Rodungsstopp im Hambacher Forst gefordert
  • Droh-Video auf Youtube
Kommentare (9)

Zur Diskussion über den Hackerangriff auf RWE

Hacker haben am Montagabend (24.09.2018) die Internetseite des Energiekonzerns RWE lahmgelegt. Das Unternehmen habe Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, sagte RWE-Sprecherin Stephanie Schunck am Dienstag dem WDR.

Eine Flut gesteuerter Mail-Anfragen habe die Leistungsfähigkeit des Servers erheblich reduziert. "Unsere Webseite war deswegen teilweise nicht erreichbar", sagte Schunck. IT-Spezialisten des Unternehmens hätten das Problem behoben.

Ob der Hacker-Angriff im Zusammenhang mit den Protesten um den Hambacher Forst steht, konnte die RWE-Sprecherin nicht bestätigen.

Droh-Video auf Youtube

Zuvor waren Drohungen gegen RWE auf Youtube veröffentlicht worden. Unter dem Nutzerkonto "Anonymous Deutsch" findet sich ein Video mit dem Titel "Operation RWE abschalten".

Eine Computerstimme droht dort, die Server des Energiekonzerns anzugreifen und die Internetseiten abzuschalten, sollte RWE die geplante Rodung des Hambacher Forsts nicht aufgeben. In dem Video wird die Absicht geäußert, den Konzern nachhaltig wirtschaftlich schaden zu wollen.

Umweltverbände kritisieren Stadt Dortmund

RWE steht seit Wochen in der Kritik, weil das Unternehmen das Waldgebiet bei Aachen abholzen will, um weiter Braunkohle abzubauen. Kritik kommt nun auch aus Dortmund. Die Stadt ist größter kommunaler Einzelaktionär von RWE.

Acht Umweltschutzgruppen haben die Stadt in einem offenen Brief aufgefordert, dass sie sich "offensiv und umgehend" für einen Verzicht auf die Rodung einsetzt. Zugleich wird die Stadt aufgefordert, sich von RWE-Aktien zu trennen. Außerdem solle der städtische Energieversorger DEW21 seine Geschäftsverbindung zu RWE beenden.

Thomas Quittek vom BUND aus Dortmund glaubt, dass die Forderung, dass sich die Stadt Dortmund von den RWE-Aktien trennt, durchgesetzt werden kann: "Also es ist sicherlich ein dickes Brett, was zu bohren ist. Ich glaube, dass man auch erst Teile von RWE-Aktien verkaufen kann, aber das Ziel muss sein, die totale Entkoppelung der Stadt Dortmund von RWE, wegen dieser klimaschädlichen Braunkohleverstromung."

Ullrich Sierau, der als Oberbürgermeister im RWE-Aufsichtsrat sitzt, will sich zu den Forderungen nicht äußern. Der Sprecher der Dortmunder Stadtwerke, Bernd Winkelmann, hält einen Verkauf der RWE-Aktien für unwirtschaftlich. Durch die hohe Dividende der Aktien würden nämlich regelmäßig die Verluste im Dortmunder Nahverkehr ausgeglichen. So würden Busse und Bahnen in Dortmund mitfinanziert.

Unterdessen hat die Polizei am Dienstag die Räumung der Baumhäuser im Hambacher Forst fortgesetzt. Das Waldstück war in den vergangenen Monaten zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung geworden.

Hier ist Platz für Ihre Meinung.

Stand: 25.09.2018, 13:20

Kommentare zum Thema

9 Kommentare

  • 9 Rony 26.09.2018, 08:45 Uhr

    Diese Aktivisten sind Anarchisten. Und müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Ich möchte nicht auf Bäumen leben , das haben wir hinter uns. Ich lebe seit 60 Jahren mit der Kohle , viele haben daraus ihren Wohlstand gezogen. Klimaschutz ist in Ordnung , wo sind die anderen Länder die mitmachen ? Demonstriert in Belgien , Frankreich gegen Atomstrom , Mikroplastik u.s.w., macht ihr nicht ?? den da wird mit anderen Bandagen umgegangen.

  • 8 neutraler Beobachter 25.09.2018, 22:23 Uhr

    Wenn man das so alles mitbekommt. Erst werden Menschen durch die Strassen gejagt in Chemnitz. Nun werden zukünftig auch RWE Mitarbeiter gejagt ? Oder müssen die ein RWE logo an Ihre Tür malen. Armes Deutschland. Es ist immer noch das selbe, einer Gruppe führt und die Meute hetzt hinterher. Wie war das wir sind die zivilisierte Welt! Liebe Mitbürger, werdet wach das schlimme an der Deutschen Vergangenheit ist nicht allein der Krieg. Nein, das schlimme ist das sich Menschen wie Tier benommen haben. Genau so stirbt die Demokratie!

  • 7 Derdiedas 25.09.2018, 19:07 Uhr

    @Wald Grundsätzlich ist das Wohnen in Baumhäusern eine Ordnungswidrigkeit. Der Hambacher Forst ist Privatgrundstück und das Besetzen ist Hausfriedensbruch . Das Attackieren von Polizisten und Werkschutzbeauftragten mit Steinen, Zwillen und Eisenmuttern ist der Tatbestandteil einer Körperverletzung und somit eine Straftat. Lokführer der Hambachbahn wurden mehrfach attackiert. Eigentum wurde beschädigt, z.B. Fahrzeuge von RWE. Im Wald sind nachweislich Fallen gefunden worden, die auch unbeteiligte Spaziergänger hätten verletzen können. Man könnte nun weiter aufzählen, aber dafür reichen die Zeichen nicht. Und apropos Monokultur. In Hessen wurden jahundertealte Bäume für Windräder geopfert. Beim Aachener Wald weiß ich es ehrlich gesagt nicht. Aber ob nun ein sog. Urwald oder ein aufgeforsteter Wald. Tiere suchen sich überall ihren Lebensraum. Euer Umweltschutz in allen Ehren. Aber wer sich mit Klimapoltik seriös beschäftigt der weiß das der Kohleaustieg alleine am Klima nichts ändern wird

  • 6 Horst 25.09.2018, 12:44 Uhr

    Es ist ja wirklich Sinnvoll Aktien zu verkaufen! Nachdem die Kommunen Jahrelang aus Eon und RWE alles rausgequetscht haben. Aber die Politiker halten sich ja Ihr Näschen trocken. Gut wenn man die Schuld anderen in die Schuhe schieben kann. Das war schon bei der Steinkohle so. Da waren es Unternehmen wie Rheinbraun und die Stahlindustrie, die dafür gesorgt haben das die Leute weiter Jobs hatte. Vielleicht wäre ein andere Weg sinnvoller. Nämlich das Vater Staat also der richtige Bund, die Aktienmehrheit aller Firmen welche für die Versorgung der Bevölkerung tätig sind aufkauft. Dann würden die Gewinne auch wieder beim Verbraucher landen, bzw. könnten für das Allgemeinwohl eingesetzt werden. Diesen Schritt hätte man eigentlich schon vor der Energiewende einleiten müssen. Dann würden sich jetzt nicht, die Reichen an der EEG gesundstoßen und man hätte auch mehr steuern können. Aber Merkel Politik ist ja, na wird schon von allein laufen.

    Antworten (1)
    • Anonym 25.09.2018, 17:41 Uhr

      Aussergewöhnliche Zu/Umstände erfordern halt aussergewöhnliche Massnahmen. Das Vor(weg)gehen des RWE-Riesen in diesem Gebiet ist nicht hinnehmbar. Unsere Regierigen ebenso. Braunkohle ist einer der größten Klimafeinde. Diese Rodung beruht auf Gier.

  • 5 Sybille 25.09.2018, 12:43 Uhr

    Ich habe den Eindruck, daß hier lediglich massenhaft mails von besorgten Bürgern auf dem Server eingegangen sind und daß der Server damit vorübergehend überlastet war. Ich kann nicht nachvollziehen, daß so etwas als "Hackerangriff " tituliert wird. Grund für Anfragen und Beschwerden liefert der Konzern ja nun genügend. Das Vorgehen der Polizei ist in seiner Rigorosität und Brutalität nicht nachvollziehbar. Hier werden offenbar junge engagierte Menschen für ihre Zivilcourage bestraft, Wen schützt die Polizei denn eigentlich? Mir scheint hier werden Konzerninteressen bedient. Ich persönlich teile die Sorgen der Waldschützer. Hier wird Mißbrauch mit natürlichen Ressourcen im großen Stil betrieben. Arbeitsplätze sind ersetzbar, saubere Luft, Trinkwasser und bedrohte Baum- und Tierarten sind es nicht! Ich würde mir daher sehr wünschen, daß die Berichterstattung des WDRs die vielfältigen und tief begründeten Anliegen der Naturschützer mehr ernst nehmen würden.

    Antworten (2)
    • Wald 25.09.2018, 15:01 Uhr

      Der Wald in Aachen ist ein Monokulturwald und nicht zu vergleichen mit einem komplexen Ökosystem wie der Hambacher Forst. Welche Straftaten meinst du konkret? Btw. in einem Baumhaus wohnen ist eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat.

    • Mira 25.09.2018, 15:26 Uhr

      @DerDieDas vom Rechtstaat reden, aber Leute wegen ihrer Meinung(sfreiheit) in Zwangshaft stecken wollen. Sie sind ja ein feiner Kerl! @Sybille: Die Technik mit extrem vielen Anfragen eine Website zum Stillstand zu bringen ist eine recht häufige Form des Hackerangriffs. Das ist dann so eine gewaltige Menge, dass es mit echten Anfragen kaum zu simulieren wäre. Mir ist leider gerade der Name des Angriffs entfallen.

  • 4 Manuela Roßbroich 25.09.2018, 12:26 Uhr

    Was haben Umweltverbände die mehr oder weniger mit Erpressung nur Augen für ihre Sache haben in einer Kommission zum Ausstieg aus der Kohle zu suchen9

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    • Don.Corleone 25.09.2018, 18:15 Uhr

      Weil d. Natur betroffen ist, Klima usw. ,, Das ist doch Grund genug ! Es geht nicht nur um maximalen Profit d. Kapitals , zum Schaden von Millionen Menschen . Das ist doch leicht zu verstehen ! Noch Fragen ?

  • 3 Rony 25.09.2018, 12:07 Uhr

    Jeder sollte erstmal vor seiner eigene Haustüre kehren , und darüber nachdenken was ich für die Umwelt tun kann. So lange wir z.b. Silvesterfeuerwerk , Handys , Benziner , reduzieren der Geschwindigkeit auf Autobahnen u.s.w. nicht darauf verzichten wollen. Und vieles mehr. Werden wir die Welt nicht retten. Die Menschheit vernichtet sich selber , aber keiner möchte auf seinen Wohlstand verzichten.

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    • Sybille 25.09.2018, 13:04 Uhr

      Wer sagt Dir, daß es keine Menschen gibt, die sich an ein Tempolimit halten, die auf Smartphones verzichten und die Ihren Strom z. B. bei Greenpeace Energie beziehen? Was macht Dich so sicher, daß wir nicht dazulernen können? Nicht jeder zündet Sylvester ein eigenes Feuerwerk, es soll Leute geben, die fahren mit dem Fahrrad zum einkaufen und dennoch blicken sie über ihr persönliches Umfeld hinaus und prangern Profitgier von großen Konzernen an, die es bereits geschafft haben, unser Klima total aus dem Takt zu bringen. Sind saubere Luft und sauberes Trinkwasser etwa weniger wichtig, als kurzfristiger und keineswegs endlos bereitgestellter persönlicher Komfort?

    • Rony 26.09.2018, 08:15 Uhr

      Sybille , Träume weiter. Kapitalismus wird immer vorgehen. Jeder Mensch ist sich selbst der nächste, auch DU. Die Erfahrung wirst du auch machen. ??

  • 2 Barolio 25.09.2018, 11:51 Uhr

    Wer wirklich etwas gegen die Rodung tun will muss jetzt sofort die Kündigung bei RWE einreichen. Nur wenn der Konzern die geballte Wut der Kunden spürt (so wie Shell damals bei Brent Spar) wird der Konzern einlenken.

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    • Arwed Lorenzen 26.09.2018, 14:55 Uhr

      Sehr richtig. Jeder kann den Stromanbietet wechseln. Der Hambacher Forst SOLL RWE Milliarden kosten

  • 1 AP45130 25.09.2018, 11:39 Uhr

    Der Angriff auf die IT von RWE hat nichts mehr mit gewaltfreier Demonstration zu tun. Das Gleiche gilt für die gestrige Aktion von Abschiebegegnern, die Anlagen der Bundesbahn demolieren und den Zugverkehr lahmlegen. Diese Leute sind einfach zur kriminell und wollen Dinge mit Gewalt durchsetzen. Kleinkinder demolieren und schlagen, um ihren Willen durchzusetzen. Das ist das Niveau.

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    • Andee 25.09.2018, 16:15 Uhr

      > Der Angriff auf die IT von RWE hat nichts mehr mit gewaltfreier Demonstration zu tun. Diese Leute sind einfach zur kriminell und wollen Dinge mit Gewalt durchsetzen. < Wenn Sie damit RWE meinen: Da haben Sie ausnahmsweise recht!