Entgleiste Waggons eines Güterzuges

Mehrere Waggons entgleist: Güterzug-Unfall in Herne

Stand: 05.08.2022, 15:02 Uhr

Der Lokführer sprang aus seinem Güterzug, kurz bevor dieser in einen stehenden Zug hineinfuhr. Sieben Waggons entgleisten. Der Grund: Die Bremsen funktionierten nicht.

Es ist ein Bild der Zerstörung im Herner Westhafen: Mehrere Waggons sind zur Seite gekippt, einer ist durchgebrochen und ragt schräg nach oben in die Luft. Das Blech ist verbogen, die Schrift auf den einzelnen Containern kaum noch zu lesen. Dass hier niemand verletzt wurde, grenzt an ein Wunder.

Bremsen haben versagt

Entgleiste Waggons eines Güterzuges

Gegen 2:00 Uhr in der Nacht ist ein 600 Meter langer Güterzug auf einen anderen aufgefahren. Kurz vor dem Zusammenstoß konnte der Lokführer noch vom fahrenden Güterzug abspringen. Der Zug war mit einer Geschwindigkeit von 15 kmh unterwegs. Der Lokführer stand danach unter Schock, blieb aber unverletzt.

Mittlerweile ist die Ursache für den Unfall bekannt: Die Bremsen haben versagt. Als der Lokführer in der Nacht beim Einfahren in den Westbahnhof bemerkte, dass er den Zug nicht bremsen kann, sprang er aus dem Führerhaus. Warum die Bremsen nicht funktioniert haben, soll jetzt ermittelt werden.

Gefahrenstoffe ausgetreten?

Nach dem Unfall sicherte die Feuerwehr das Gelände. Es musste unter anderem geklärt werden, ob Gefahrenstoffe austreten. "Wir haben entsprechende Fachberater hinzugezogen, haben geprüft, ob Gefahrgut vorhanden ist und ob Schadstoffe in die Umwelt freigegeben werden", sagte Einsatzleiter Marco Diesing.

Die Einsatzkräfte vor Ort konnten dann aber Entwarnung geben: Es bestehe keine Brandgefahr und es träten auch keine gefährlichen Flüssigkeiten aus.

Bergung wird dauern

Der Arbeitsschutz der Bezirksregierung Arnsberg ist für die Ermittlungen zur genauen Unfallursache zuständig, da die Züge auf einem privaten Werksgelände zusammengeprallt sind. Die entgleisten Waggons können erst am Samstag weggeräumt werden.

Für die Bergung muss ein Spezialzug der Deutschen Bahn heran geschafft werden. Der Schaden liegt schätzungsweise in Millionenhöhe.

Über dieses Thema berichteten wir am 05. August 2022 bei WDR 2: Lokalzeit Rhein/Ruhr 11:30 Uhr

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