Große Clan-Razzia in zehn NRW-Kommunen

Große Clan-Razzia in NRW

Große Clan-Razzia in zehn NRW-Kommunen

Von Kyra Preuß

Polizei und Ordnungsbehörden sind am Samstagabend mit einer großangelegten Razzia gegen kriminelle Clans vorgegangen.

Auf dem Heinrich-Sense-Weg in Essen-Kray reihen sich am Samstagabend die Polizeibusse aneinander. Beamte hieven Spielautomaten auf Sackkarren und laden sie in LKW ein. Bei der Razzia gegen Clan-Kriminalität in zehn NRW-Kommunen stand unter anderem illegales Glücksspiel im Fokus der Ermittler.

"Es geht darum, denen, die im Alltag diese Städte unsicher machen, zu zeigen: Das ist beendet, ihr kriegt hier jeden Tag Unruhe", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul beim Besuch eines Einsatzortes. "Hier gilt nicht das Recht der Familie, sondern das Recht des Staates."

Kontrollen in Teestuben und Bars

Die Kontrollen starteten zeitgleich um 21 Uhr in Essen, Bochum, Herne, Witten, Mülheim, Gelsenkirchen, Dortmund, Duisburg, Wuppertal und im Kreis Mettmann. Unter anderem wurden Teestuben, Shishabars und Spielhallen durchsucht, dabei wurden über 1000 Personen überprüft. An verschiedenen Orten gab es in dem Zusammenhang auch Verkehrskontrollen.

In einem Cafe in Essen entdeckten die Ermittler hinter einer angeblichen Schrankwand illegale Glücksspielautomaten. In Duisburg machten sie sogar einen noch größeren Fund: In einer vermeintlichen Teestube entdeckten sie eine ganze Spielhalle mit 17 Automaten.

An der großangelegten Razzia nahm zum ersten Mal auch eine besondere Einheit der Bezirksregierung Düsseldorf teil, die sich gezielt um Geldwäsche kümmert. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul begleitete die Kontrollen in Duisburg, Essen und im Kreis Mettmann. Insgesamt waren 1500 Beamte der Polizei, sowie 400 weitere Einsatzkräfte beteiligt.

Es war die erste größere Kontrollaktion seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Razzia lief bis spät in die Nacht. Über 60 Strafanzeigen für Glücksspiel, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit, sowie 80 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten. Dazu zählen beispielsweise Verstöße gegen das Waffengesetz oder die Corona-Schutzverordnung.

Stand: 16.08.2020, 07:15